Soheyl Liwani; Mag. MA am 26. November 2015

Heute habe ich Dr. Zeitelberger bei seiner Arbeit begleitet. Im Evangelischen Krankenhaus hat er 2 OP Termine – eine Hüfte muss ausgetauscht werden und eine Schulteratroskopie. Ich treffe den Mediziner um 1445 in der Lobby des Evangelischen Krankenhauses – dass wie bekannt eine private Einrichtung ist. Wenn euch der Name nun bekannt vorkommt – ich hatte schon in der Reha Klinik mit ihm vereinbart ihn zu begleiten – leider konnte er aus terminlichen/gesundheitlichen Gründen den Termin nicht halten und so kam dieser Termin zu Stande. So wie Dr. Schmidt ist Dr. Zeitelberger bestrebt sein Wissen an Interessierte und studierende Menschen weiter zu geben und beide Ärzte können das sehr gut..Kehren wieder zurück zur Lobby im Evangelischen Krankenhaus. Mit mir kamen eine Kollegin und ein Kollege von Dr. Zeitelberger – die ihm bei der Hüft – OP assistierten.

An dieser Stelle möchte ich einen Exkurs machen und euch den Mediziner ein wenig vorstellen. Er ist Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie. Auf seiner Webseite – - die sehr knapp gehalten ist – erfährt der Patient/die Patientin welche Diplome er hat und die Kontaktdaten im wesentlichen.

Wir treffen uns im vorgeschrieben OP – Outfit im ÄrztInnenzimmer und Zeitelberger stellt mir den Patienten vor und was er an ihm durchführen möchte. Im OP waren die Plätze recht schnell eingenommen, die vorschriftsmäßige Waschung der Hände durch das OP Teams erledigt, der Patient lag schon kurz am OP Tisch. Die Operation der Hüfte verlief planmäßig – sprich komplikationslos. Der Patient zeichnete sich durch seltene Anatomische Gegebenheit aus – für Leute mit denen Fantasie gerade durchgeht – Gelenkskopf war für mich ungewohnt groß. Ärzte /Ärztinnen können mich gern eines besseren belehren.

Wer diese Form der OP sieht und dann immer noch glaubt, dass Ärzte/Ärztinnen zu viel verdienen – dem kann ich nicht mehr überzeugen. Nach circa einer Stunde war die OP beendet, die Hüftprothese eingebaut und der Patient in den Aufwachraum gebracht. Dr. Zeitelberger und sein Team gehen nun ins ÄrztInnenzimmer und diktiert die OP für die Dokumentation. In der Pause zur nächsten diskutierten die Ärzte über die neue Ausbildung, die Zusammenlegung der Unfallchirurgie und der Orthopädie- sie halten die Zusammenlegung für keine gute Idee. Dem kann ich nur zustimmen – in dieser Causa haben sich die Unfallchirurgen durchgesetzt.

Die nächste Patientin bekam eine Arthroskopie der Schulter. Als ich in den OP kam war die  Patientin schon vorbereitet – das OP Team hat die Monitore angeschlossen und kurz danach ging die Arthroskopie schon los. Die Schulter ist ein schwierig zu operierendes Gelenk aber mit der Athroskopie ist es wesentlich einfacher geworden. Die Methode der Athroskopie wird sehr oft am Kniegelenk angewandt und ist dadurch sehr bekannt. Es ist ein wenig invasiver Eingriff und hinterlässt weniger Narben als bei der konservativen OP Methode. Der Mediziner Zeitelberger erläutert mir was er nun macht und mit welchem Ziel er es macht. (Schritt für Schritt) Nach ca 20 min war die OP beendet – die Patientin in den Aufwachraum gebracht und Dr. Zeitelberger und  Dr. Jasbar auf dem Weg ins Ärztezimmer. Dr. Jasbar verabschiedet sich und geht nochmals zur Patientin um zu sehen ob die Aufwachphase reibungslos abläuft. Beide Mediziner sind auch auf der Reha Klinik Baumgarten beschäftigt – von der ich ja berichtet habe. Dr. Zeitelberger wird aber die konservative Orthopädie wieder verlassen und sich in Niederösterreich der chirurgischen Orthopädie widmen. Nachdem der OP Bericht diktiert ist – und die OP Sachen ordnungsgemäß abgegeben – vereinbaren wir schon für Jänner den nächsten Besuchstermin im OP.

Zur Person:    

http://www.andreas-zeitelberger.at/

Soheyl Liwani; Mag. MA am 24. November 2015

Diagnose Krebs – ist für jeden, der Betroffen ist – ein gewaltiger Schock. Schlimm genug wenn diese Krankheit erwachsene Frauen oder Männer befällt, aber bei Kindern ist das noch eine schlimmere Dimension. Die Frage ist, wer hilft den Betroffenen, den Angehörigen oder auch nahestehenden Freunden. Die ersten, die einem einfallen sind hier die Ärzte oder Psychologen – die eine eigene Ausbildung für an Krebs erkrankte haben. Eine wichtige Anlaufstelle für Hilfe suchende Menschen ist die Österreichische Kinderkrebshilfe. Auf der Webseite der Österreichischen Krebshilfe erfährt man, die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH) 1988 gegründet wurde und agiert österreichweit. Wichtig ist dem ÖKKH dass sie ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein der sich hauptsächlich aus privaten Spendengeldern finanziert und mit dem österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet ist. Die sechs regionalen Landesverbände leisten vor allem Direkthilfe für Familien, die durch die Krankheit des Kindes in finanzielle Engpässe geraten und übernehmen die Finanzierung kindgerechter Ausstattung auf den onkologischen Stationen. (siehe Webseite ÖKKH)
Der habilitierte Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell ist im Mitglied im Bundesvorstand der österreichischen Kinderkrebshilfe und im Landesvorstand der Salzburger Kinderkrebshilfe. Ich habe Herrn Hausjell bei sich zu Hause zum Interview getroffen. In bewegenden Worten erzählte er über die Arbeit der Kinderkrebshilfe, den Kampf seines Sohnes gegen den Krebs und die Trauer um ihn. Er richtet seine Forderungen an die Medizin und GesundheitspoltikerInnen

Dr. Fritz Hausjell
Fotocredit: Miel Satrapa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesundheits-blog.org: Was war die Motivation die Kinderkrebshilfe ins Leben zu rufen?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_1

Gesundheits-blog.org: Kann man die Konstruktion der Kinderkrebshilfe als Verein bezeichnen?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_2

Gesundheits-blog.org: Wer ist in der Betreuung der Kinderkrebshilfe mit dabei?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_3

Gesundheits-blog.org: Wenn nun alle Heilungskunst der Medizin nicht mehr helfen kann und das Kind aus dem Leben scheidet – wie hilft die Kinderkrebshilfe den Hinterbliebenen?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_4

Gesundheits-blog.org: In der Wissenschaft wird die Trauer in 5 Phasen eingeteilt – wann soll bzw. tut die Kinderkrebshilfe beginnen den Angehörigen zu helfen und wie schaut es mit der Reha der Kinder aus?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_5

Gesundheits-blog.org: Welche Forderungen haben Betroffene/Angehörige an die behandelnden Berufsgruppen? Hier vor allem an die Medizin.
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_6_

Gesundheits-blog.org: Kindermedikamente sind aus meiner Sicht ein ethisches Dilemma – Test an Kinder sind nicht ethisch vertretbar – wie soll man die Zulassung von Kindermedikamenten ändern?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_7

Gesundheits-blog.org: Wenn wir uns an die Geschichte der Olivia zurück erinnern – was kann die Kinderkrebshilfe tun – dass Eltern in ihrer Ohnmacht nicht zweifelhaften Therapien mehr Vertrauen schenken als der Schulmedizin?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_8

Gesundheits-blog.org: Wie sehen die Forderungen an die Politik aus Sicht der Kinderkrebshilfe aus?  Stichwort Kindergesundheitsdialog
Fritz Hausjell: Hausjell_Kinderkrebshilfe_Antwort_9

Gesundheits-blog.org: Abschließende Frage – wenn wir uns im Jahre 2020 zu diesem Interview treffen – was soll sich bis dahin geändert haben?
Fritz Hausjell:  Hausjell_Kinderkrebshilfe_10_

Gesundheits-blog.org: Wäre heute Tomi beim Gespräch dabei gewesen – was würde er sagen?
Fritz Hausjell:   Du hast vergessen zu sagen, dass wir zusammen ein sehr schönes Leben hatten!

Danke für das Gespräch!

Diesen Beitrag widmen ich und Fritz Hausjell – auch in Erinnerung an Tomi – allen Kindern und Jugendlichen, die für ihr Leben gegen die Krebserkrankung beharrlich kämpfen, hoffend, dass sie die Krankheit besiegen. Denn es gibt nichts Schöneres als das Leben.“
(Unterlegt, youtube video: Somewhere over the rainbow instrumental clarinet; Andrei Pantiru) 

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 22. November 2015

Heute (22.11) fand im Wiener Rathaus der Tag der Selbsthilfe statt. Federführend wurde die Veranstaltung durch die Wiener Gesundheitsförderung (WIG) organisiert. Die BesucherInnen hatten die Möglichkeit von 9:30 bis 17:30 sich über die Arbeit der zahlreichen Selbsthilfegruppen zu informieren. Viele BesucherInnen waren von der Vielfalt der ausstellenden Organisationen überrascht. Die Bandbreite der Selbsthilfegruppen erstreckt sich von Gruppen die sich um Menschen mit  Erkrankung, Beeinträchtigung, psychische oder soziale Belastungen kümmern bis zu institutionelle Einrichtungen wie die Wiener Gebietskrankenkasse oder auch Wiener Gesundheitsförderung. Einen Überblick über die Aussteller und das gebotene Rahmenprogramm ist auf der Webseite der WIG zu finden.

Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionen zu den Themen Demenz, Krebserkrankungen sowie Beziehung und Gesundheit runden den Tag ab. Die BesucherInnen erwarten außerdem Schnupper-Workshops und ein buntes Unterhaltungsprogramm. Geboten wird unter anderem Musik des Longfield Gospel Choir, ein Gesundheitskabarett von und mit Ingo Vogl sowie das Improvisationstheater des improvista social club. (Zitat Webseite WIG)  Ich möchte am Bespiel von 3 Selbsthilfegruppen deren Arbeit euch näher bringen, Selbsthilfegruppe für erwachsene und umgeschulte LinkshänderInnen und der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs.

Beginnen möchte ich mit der Selbsthilfegruppe für erwachsene und umgeschulte LinkshänderInnen. 

Die Gruppe bescchreibt sich mit folgenden Worten:
„Unsere Gruppe richtet sich an Menschen, die entweder zum Gebrauch der rechten Hand “umerzogen” wurden, oder aufgrund der Einflussnahme der allgegenwärtigen rechtshändigen Umwelt von einer Umschulung betroffen sind. Die Folgen sind gravierend. Sie können negative Auswirkungen auf Gehirn, Psyche, Allgemeinbefinden und Persönlichkeitsentwicklung haben. Unsere Gruppe: Da im persönlichen Umfeld der Betroffenen vor allem ein emotionales Verständnis für die Problematik eines/r umgeschulten LinkshänderIn fehlt, wollen wir einen gemeinsamen Wohlfühlrahmen schaffen, indem zu allen Themen der individuellen Betroffenheit ein gegeseitig bereichernder Austausch stattfinden kann. Eine Rückschulung auf die dominante linke Hand ist auch für Erwachsene unter fachlicher Anleitung und Beratung möglich. Auch zu diesem Thema wollen wir unsere Erfahrungen austauschen. Es geht auch darum, uns Anerkennung zu schenken und gegenseitige Motivationsstütze zu sein. Als Ergänzung werden wir je nach Bedarf auch immer wieder ExpertInnen zu uns in die Gruppe einladen.“

Kontakt und nähere Informationen: www.ifll.at/selbsthilfegruppe

Die zweite Gruppe die ich vorstellen möchte ist die Selbsthilfegruppe die sich um Betroffene und Angehörige von Schlafapoe kümmert. Das Informationsangebot der Gruppe auf ihrer Homepage ist sehr umfangreich und informativ. Auch möchte ich euch die Selbstbeschreibung der Gruppe näher bringen.
„Unser Ziel ist die Information der Bevölkerung über Ursachen, Symptome, Risken, Diagnose und Therapie der Schlafapnoe. Viele Personen sind von Schlafapnoe betroffen und wissen nicht, das sie diese Krankheit haben bzw. wie sie eine Diagnose oder Therapie bekommen können. Die Diagnose ist ambulant zu Hause ist möglich, aber weitgehend unbekannt. Viele Fachärzte (Lunge, HNO, Neurologie) mit Zusatzausbildung in Schlafmedizin bieten Schlafdiagnostik mit Schlafen zu Hause an.“

Mehr Infomationen zur Gruppe: http://www.schlafapnoe-shg.at/

Zum Abschluss möchte ich die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs vorstellen. Diese kümmert sich um Betroffene und Angehörige von Prostatakrebs. Die Gruppe bietet eine sehr informative Webseite an und bietet wie alle Selbsthilfe Unterstützung an. Die Gruppe beschreibt ihre Gründung auf ihrer Webseite mit folgenden Worten: „Im Frühjahr 1997 beim Psychoonkologischen Kongress in Bad Ischl lernte Schwester Rafaela Riffl von der urologischen Ambulanz des Wilheminenspitals in Wien die Frauenselbsthilfe nach Krebs kennen. Sofort dachte sie, so etwas bräuchten wir für unsere Männer auch. In Wien brachte sie ihre Idee Herrn Prim. Univ. Prof. Dr. Othmar Zechner, dem Vorstand der urologischen Abteilung des Wilheminenspitals vor. Dieser setzte sich mit der Obfrau der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Verbindung und so kam die Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Zechner und mir (Ekkehard Büchler) zustande. Im Herbst 1997 hatten wir unser erstes Treffen. Radio Niederösterreich und Radio Wien warben für unser erstes Treffen. Von den Printmedien brachte nur „Die Presse“ einen kurzen Artikel. Bei unserem ersten Treffen hatte ich Bauchweh – kommt überhaupt jemand? Es kamen ca. 40 Personen, davon 11 Prostatakrebspatienten. Wir fanden, es sollte ein Verein „Selbsthilfe Prostatakrebs“ gegründet werden. Vom ORF war eine Dame anwesend, die mich fragte, ob ich bereit wäre, gemeinsam mit einem Urologen in der Sendung „Schiejok täglich“ über Prostata Vorsorgeuntersuchungen zu sprechen. Ich sagte sofort zu und konnte so unser nächstes Treffen zu unserer Konstitution bewerben. Herr Prof. Zechner fand einen Sponsor für unsere erste Broschüre „Sie sind nicht allein“. Von da an ging es rasant vorwärts. Am 03. November wurde mit 30 Prostatakrebspatienten die konstituierende Sitzung der „Selbsthilfe Prostatakrebs“ abgehalten. Damit ist unser Verein die älteste Selbsthilfegruppe für an Prostatakrebs erkrankte Männer in Österreich.“

Weitere Informationen kann man auf den Webseiten der vorgestellten Selbsthilfegruppen finden. Diese sind exemplarisch ausgewählt – es gibt eine große Zahl von anderen Selbsthilfegruppen. Wer Interesse hat mehr zu erfahren der kann sich auf der Homepage der Wiener Gesundheitsförderung erkundigen.

Link: