Soheyl Liwani; Mag. MA am 11. November 2014

Hochrangige ExpertInnen aus dem Gesundheitswesen, der Industrie und Wissenschaft und Forschung kamen auf Einladung der Industrieellenvereinigung (IV) und dem Pharma – Konzern Bayer in das Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz in Wien.Der Generalsekretär der IV Mag. Christoph Neumayer hielt die Begrüßungsrede und stellte seine Vorstellungen Gesundheitswesen vor. Kritik äußerte Neumayer an der Spitalslastigkeit der Gesundheitswesen und führte hier die Entlassungszahlen ins Vordertreffen.Prof. Dr. Helmut Brand, Präsident des European Health Forum Gastein, hielt die Hauptrede bei der Veranstaltung. Er skizzierte das Gesundheitswesen aus Sicht eines in Brüssel arbeitenden Ökonomen und Mediziner.

Copyright: Bayer Austria/Alexandra Eizinger

An der anschließenden Diskussion nahmen teil:
Es diskutieren:

  • Dr. Clemens Martin Auer, Leiter der Sektion I, BM für Gesundheit
  • Mag. Sonja Wehsely, Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin
  • Mag. Peter McDonald, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger
  • Dr. Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer
  • Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer
  • Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes
  • KR Otmar Petschnig, Vizepräsident der Industriellenvereinigung, Fleischmann & Petschnig Dachdeckungs-Ges.m.b.H.
  • Moderation:
    Mag. Claudia Dannhauser, Redakteurin ZIB Innenpolitik/EU, ORF (nicht im Bild)

Begrüßung:     (nicht im Bild)

  • Mag. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigun
  • Dr. Martin Hagenlocher, Geschäftsführer der Bayer Austria GesmbH

Die Diskussion wurde anfangs sehr harmonisch geführt, alle PodiumsteilnehmerInnen waren sich in einigen Punkten einig. Dr. Auer, der die Gesundheitsministerin vertrat, kritisierte einige Standpunkte der Ärztekammer. Die Frage der Kompetenzen der Länder wurde erörtert und Stadträtin Wehsely zementierte die Vormachtstellung der Länder im Gesundheitswesen. Gegen kam zwischen Ärztekammer und Stadträtin uneinig auf. Die Frage der Freiheit der Ärzte in der Berufsausübung konnte am Podium zu keiner Einigung geführt werden.

Soheyl Liwani; Mag. MA am 5. November 2014

 

Foto:Krisztian Juhasz

 

Den Weltmännertag am 3. November nahm Astellas Pharma und die Selbsthilfe Prostatakrebs zum Anlass um zu einem Kabarettabend inklusive Podiumsdiskussion zum Thema Prostatakrebs ein zu laden. Der Abend stand unter dem Motto – “Servus Prostatakrebs! – Pfiati Leben?”.

Passen Kabarett und Prostatakrebs zusammen? Ja, nämlich dann, wenn Kabarettist Herbert Steinböck beginnt, Monate der Angst, Verzweiflung, aber auch der Hoffnung zu beschreiben. Dann macht er die Männer im Publikum betroffen. Denn es geht um seine eigenen Erfahrungen und Gefühle, die er beschreibt. Und wie es ihm damals, als ihm die Diagnose “Prostatakrebs” gestellt wurde, ging. Und wie wichtig es ist, rechtzeitig zum urologischen Check zu gehen.

An der anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich Univ.Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat, AKH Wien, Dr. Karl Dorfinger, Obmann des Berufsverbandes niedergelassener Urologen, Prim. Dr. Wolfgang Christian Loidl (KH Barmherzige Schwestern Linz), Christian Seidl, Movember Österreich, Jürgen Reischenböck, MBA, Astellas Österreich und Ekkehard Büchler, Betroffener, SHG Prostatakrebs Wien stellten sich den Fragen der anwesenden Gäste der Veranstaltung.

Bild der Podiumsteilnehmer: www.apa-fotoservice.at/galerie/6081/

Soheyl Liwani; Mag. MA am 27. Oktober 2014

 

Wie das Amen im Gebet kommt von der „rechten“ politischen Ecke die Forderung nach Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten. Diesmal genährt durch den Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer im Ö1 Interview und den Präsidenten der WKÖ Leitl der auch Obmann der SVA ist.„Pichlbauer sieht zwar direkt keine Einspareffekte – aber indirekt. Indirekt aber würde eine Fusion viel bringen. Durch eine Zusammenlegung würde das System einfacher und die Abstimmung zwischen den einzelnen Krankenkassen leichter. Der ambulante und stationäre Bereich könnte dann besser koordiniert werden. Wieviel Geld genau durch diese Vereinfachung gespart werden könnte, kann Pichlbauer nicht sagen. Er geht aber davon aus, dass hier mittel- bis langfristig ein Betrag im Milliardenhöhe drin wäre. Auch die OECD spreche von zehn Prozent Effizienzsteigerungspotenzial. Dazu müsste Österreich aber bessere Steuerungsfunktionen einbauen. Für Pichlbauer wäre daher eine Zusammenlegung “sehr zu begrüßen”. Nicht überraschend bekommt er vom neuen Chef des Hauptverbandes Peter McDonald eine Absage an diese Ideen. Für Mc Donald ist eine Zusammenlegung von Sozialversicherungsträgern kein Thema.

Bundesminister Hundstorfer schließt im Ö1 Interview auch eine Zusammenlegung aus, er argumentiert im Gespräch mit Eva Haslinger von Ö1 – “Ich sehe auch keine Diskussion, weil wir haben nachvollziehbar die niedrigsten Verwaltungskosten aller Sozialversicherungen von ganz Europa. Und ein Austausch der Türschilder bringt keine weitere Effizienzsteigerungen.” Man werde weiter Außenstellen in den Bundesländern und, für die Landes-Gesundheitsplattformen, die Gebietskrankenkassen als starke Partner brauchen. Außerdem passiere auch so einiges, um Geld zu sparen, so Hundstorfer. So sei die gesamte EDV bereits zusammengelegt, “aber das ist ein permanenter Prozess, und der findet auch permanent statt.”

Befürworter einer Zusammenlegung ist der Chef der WKÖ Leitl. Er befürwortet eine Zusammenlegung eine Zusammenlegung der SV-Träger auf 3 Sozialversicherungen. “Der Staat muss jetzt seine Aufgaben machen und wenn dann, am Ende der Aufgaben, noch etwas fehlt, dann können wir weiter reden.” Applaus bekommt Leitl von der FPÖ – diese lässt die Gesundheitssprecherin im Parlamentsklub die Idee mit folgenden Worten loben – “Es ist nicht einzusehen, dass sich Österreich immer noch 22 Sozialversicherungsträger leistet, während die Leistungen zurückgefahren und die Beiträge erhöht werden”, betonte sie gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“.

In die Reihe der Ablehnung gliedern sich die WGKK ein. “Wir stehen mitten in der Umsetzung der Gesundheitsreform. Diesen Pfad sollten wir konsequent verfolgen, anstatt alte Diskussionen immer wieder aufzuwärmen”. Eine Zusammenlegung gehe auf Kosten der Versicherten. Seriös berechnete Einsparungen seien bisher ausgeblieben, lässt die Obfrau der Wr. Gkk Leitl ausrichten.  (Kurier) (

Wenn wir uns an die Zusammenlegung der Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter und der Angestellter denken oder die der SVB mit der SVA müssen wir von der krausen Idee abraten. Viel wichtiger wäre ein zentraler Leistungskatalog mit  bundesweiter Gültigkeit. Ein Beispiel für eine gelungene Zusammenlegung ist die der  Eisenbahner mit der VA des Bergbbaus.

Die GesundheitspolitikerInnen sollten nicht gleich versuchen Riesenprojekte ohne Vorbereitung an zu gehen. Im ersten Schritt sollte man die Zusammenlegung oder in die Eingliederung der Betriebskrankenkassen in eine GKK forcieren. Wenn dieses Vorhaben gelungen ist, dass kann man eine Zusammenlegung der KFA´s und die Eingliederung unter dem Dach des Hauptverbandes andenken. Eine Zusammenlegung der GKK´s ist mit der Auflösung der Bundesländer gleich zu setzen – jeder/jede der/die das versucht wünsche ich viel Erfolg. Nicht dass ich das befürworten würde, aber Respekt würde mir das  schon abringen.