Soheyl Liwani; Mag. MA am 13. Dezember 2013

FotografIn: Andy Wenzel

 

 

 

 

 

 

 

Nach langen Verhandlungen zwischen ÖVP und SPÖ hat heute Bundeskanzler Werner Fayman und Vizekanzler Michael Spindelegger die neue Bundesregierung vorgestellt. Im Rahmen einer Pressekonferenz nahmen die beiden Spitzenpolitiker zum Programm der Bundesregierung Stellung.

Kritik aus der Universitätenkonferenz und der ÖH, weil das Wissenschaftsministerium zum Wirtschaftsministerium angehängt wurde. Das Wirtschaftsministerium hat nun auch die Agenden der Universitätskliniken. Das Gesundheitsressort bleibt aber als eigenständiges Ministerium und mit alten Minister – Alois Stöger.

Informationsmaterialien

Soheyl Liwani; Mag. MA am 7. Dezember 2013

 

 

 

Unter diesem Titel fand am 27. November im Werkl im Göthehof eine Veranstaltung statt.
Die Veranstaltung wurde von der KPÖ Burgenland organisiert.

Es diskutierten:

Wolfgang Weber (Wientv.org) hat nach der Veranstaltung mit den TeilnehmerInnen am
Podium Interviews geführt und hier die Stellungnahmen.

Stellungnahmen zum Thema:

ELGAGesetz (1936 der Beilagen)

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 5. Dezember 2013

Lange haben die Verhandlungen gedauert – doch nun ist es vollbracht berichtet der Gesundheitsminister Alois Stöger anlässlich seiner Pressekonferenz. Frauen werden mittels Brief eingeladen zum Brustkrebs Screening zu gehen – circa 60.000 Briefe sollen versandt werden. Die Schreiben sind in unterschiedlichen Sprachen abgefasst. Die in Kroatisch, Serbisch, Türkisch, Englisch und Deutsch geschrieben Briefe haben das Ziel so viele Frauen zwischen 45 und 70 wie möglich zu erreichen.  Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung. Frauen zwischen 40 und 44 sowie 70 und 74 Jahren können eine Einladung anfordern. Auch nicht versicherte Frauen haben die Möglichkeit eine Einladung an zu fordern.

“Das neue Programm schaffe mehr Qualität bei der Untersuchung und sorge für einen niederschwelligen Zugang.“Wenn wir mit dieser Einladung gleichzeitig die Überweisung sicherstellen, dann haben alle Frauen in dieser Altersgruppe die Chance hinzugehen”, betonte Stöger. Damit sei die Risikogruppe in allen sozialen Schichten abgedeckt. “Wir wollen damit die Barrieren, die derzeit im tatsächlichen Zugang stattfinden, verhindern.” sagte Bundesminister Stöger auf der Pressekonferenz.

190 Radiologie-Zentren stehen in Österreich für die Mammografie mit spezieller Ausrüstung bereit. Nach der Untersuchung werden Doppelbefundungen durchgeführt. Das bedeutet, dass zwei Ärzte den Befund erstellen. Dadurch sollen falsche Befunde weitgehend vermieden werden.

Medienberichte:

Ö1 Mittagsjournal: Österreichweite Einladung zur Brustkrebsvorsorge

Orf Regelmäßige Gratisuntersuchung

APA - Österreichisches Brustkrebs-Screeningprogramm startet Anfang 2014

OTS: Meldungen zum Brustkrebs-Screening

Soheyl Liwani; Mag. MA am 4. Dezember 2013

Die modernen Smartphones sind nicht nur Geräte mit denen man telefonieren kann, sondern auch viele Informationen abrufen. Einige rufen ihre E-Mails ab, verwenden sie für die neuen sozialen Medien und nun kommen auch Apps dazu. Unterschiedliche Institutionen haben nun diese Apps für sich entdeckt.

Nun hat auch die Apothekerkammer diese Einrichtung für sich entdeckt und bringt das Tool Medikamenten Info auf den Markt. In der Presseinformation der Apothekerkammer kann lesen:“ User ab sofort alle wichtigen Informationen zu Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder Erste Hilfe-Produkten abrufen. Insgesamt sind an die 70.000 Artikel in die App eingespielt.“ Durch die Eingabe des Medikamentennamens oder durch Scannen des Barcodes auf der Verpackung erhält man die wichtigsten Warnhinweise sowie eine ausführliche Gebrauchsinformation des gewünschten Arzneimittels. Darüber hinaus kann eine persönliche Medikamentenliste erstellt werden, die jederzeit einen guten Überblick über alle Arzneien bietet.

Eine praktische Erinnerungsfunktion hilft die regelmäßige und pünktliche Einnahme von Medikamenten nicht zu vergessen. “Die korrekte Einnahme oder Anwendung eines Medikaments sind besonders wichtig. Der Therapieerfolg hängt gerade bei Arzneimitteln davon ab, Bescheid zu wissen. Diese Form der Medikamenten-Info ist österreichweit einzigartig”, erklärt Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Die Frage stellt sich, was das Ziel der App ist und vor allem welche Zielgruppe damit erreicht werden soll. Medikamente werden hauptsächlich von älteren Menschen oder chronisch kranken Menschen eingenommen. Wie weit diese Smartphone verwenden ist hier zu fragen und in wie weit sie die technischen Kapazitäten haben diese richtig an zu wenden. Das Beratungsgespräch mit dem Arzt/der Ärztin der Wahl kann dieses App nicht ersetzen. Hand in Hand kann es sinnvoll sein, wenn man kurzfristig Informationen braucht. Viele Menschen verweigern Smartphones und werden damit von der Anwendung von Anfang an ausgeschlossen.

Als nützlich empfinde ich die Einrichtung von Tagebüchern die in das App inkludiert ist, wie man der Aussendung kann man – Regelmäßig gemessene Werte wie Blutdruck, Blutzucker, Bauchumfang oder Gewicht können in die neue App eingetragen werden. Die App dokumentiert die Werte und stellt die Entwicklungen grafisch in Form einer Kurve dar. Zusätzlich können Tagebücher über Menstruationsbeschwerden oder Migräne angelegt werden.

Nützliche Apps können durchaus befürwortet werden – allerdings können sie die Face to Face Beratung mit den ÄrztInnen und ApothekerInnen ersetzen.

TV Bericht  : Apotheken und Medikamente

Aussendung  “Appen statt Googeln”

Soheyl Liwani; Mag. MA am 27. Oktober 2013

Der Nationalrat hat für 2014 das Datenschutzgesetz novelliert. Mit diesem Beschluss wird eine zweistufige Verwaltungsgerichtsbarkeit eingeführt. Das bedeutet die Abschaffung der Datenschutzkommission! Da Österreich gemäß der EU-Datenschutz-Richtlinie jedoch verpflichtet ist, eine Kontrollstelle zur Überprüfung der Einhaltung von Datenschutzvorschriften einzurichten, soll nun eine neue unabhängige Datenschutzbehörde ins Leben gerufen werden (2168 d.B.) Zu ihrem Aufgabenbereich wird neben der Ausübung von Kontrollbefugnissen unter anderem auch die Führung von Registrierungsverfahren, die Genehmigung von Datenübermittlungen ins Ausland, die Genehmigung von Datenverwendungen für wissenschaftliche oder statistische Zwecke und die Auskunftserteilung an BürgerInnen gehören.

Die neue Datenschutzbehörde wird somit nicht nur als Kontrollstelle zur Überprüfung der Einhaltung von Datenschutzvorschriften fungieren, sondern unter anderem auch für die Führung von Registrierungsverfahren, die Genehmigung von Datenübermittlungen ins Ausland, die Genehmigung von Datenverwendungen für wissenschaftliche oder statistische Zwecke und die Auskunftserteilung an BürgerInnen zuständig sein.

Neu an der neuen Datenschutzbehörde ist, dass die Länder, anders als in der Datenschutzkommission nicht mehr in den Entscheidungsprozess mit eingebunden sind. Zur Unterstützung der Datenschutzbehörde ist aber die Einrichtung eines Fachbeirats vorgesehen. Der Fachbeirat besteht aus vier Mitgliedern. Zwei Mitglieder werden auf Vorschlag der Länder, je ein Mitglied aufgrund von Dreiervorschlägen der Wirtschaftskammer Österreich und der Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte vom Leiter der Datenschutzbehörde für die Dauer von fünf Jahren bestellt.

Der Leiter der Datenschutzbehörde soll laut Gesetzentwurf für jeweils fünf Jahre vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Regierung bestellt werden. Die Funktion des Leiters der Datenschutzbehörde ist auf der beim Bundeskanzleramt eingerichteten Website „Karriere Öffentlicher Dienst“ auszuschreiben. Die Ausschreibung ist zusätzlich im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ kundzumachen. (§36 )Die Voraussetzungen um die Position zu bekommen sind in diesem Paragrafen präzise formuliert. Neu ist, dass der Leiter für die Dauer keine weitere Tätigkeit ausüben darf. Mit dieser Regelung möchte der Gesetzgeber verhindern, dass der Leitung Befangenheit bei den Entscheidungen vorgehalten werden kann. (§36 Abs 4) Weiters ist der Leiter/die Leiterin der neuen Datenschutzbehörde in der Ausübung seines weisungsunabhängig und muss auf keine übergeordneten Stellen Rücksicht nehmen.

Bescheide der neuen Datenschutzbehörde können beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden, die Entscheidungen dort soll ein Senat unter Einbindung fachkundiger LaienrichterInnen aus dem Kreis der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer treffen. Für die vorgesehene Änderung des Datenschutzgesetzes ist eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat erforderlich.  Der Senat besteht aus einem Vorsitzenden und je einem fachkundigen Laienrichter aus dem Kreis der Arbeitgeber und aus dem Kreis der Arbeitnehmer. Die fachkundigen Laienrichter werden auf Vorschlag der Wirtschaftskammer Österreich und der Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte bestellt. Es sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen, dass zeitgerecht eine hinreichende Anzahl von fachkundigen Laienrichtern zur Verfügung steht.

Mit  1.Jänner 2014 tritt die Datenschutzbehörde an die Stelle der Datenschutzkommission.

 

Informationen:

Soheyl Liwani; Mag. MA am 22. August 2013

Wie ich aus den Medien erfahren habe sind auch von Spitälern Daten an die Marktforschungsfirma IMS Health weitergegeben worden. Also nicht nur die 350 ÄrztInnen sondern auch die Spitäler – wie im Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ zu lesen ist. Zwischen 120 und 150 Spitäler lieferten Informationen an die Firma. Weiters kann man lesen, dass „Das Institut bezieht Daten von 800 niedergelassenen Ärzten, über 200 Apotheken, 120 Krankenhäusern und nahezu allen Pharmagroßhändlern.“ (Die Presse) Der größte Krankenanstaltenträger – der KAV Wien – schließt für ihre Krankenhäuser die Weiterleitung von Daten aus.

Unter den Spitäler befindet sich die Vizenzgruppe – diese verwaltet die meisten Ordensspitäler. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass eine der Spitäler, die von ihnen verwaltet wird – das Göttliche Heiland ist. Der Ärztliche Direktor ist kein geringerer als Dr. Johannes Steinhart – der ein hoher Funktionär der Ärztekammer ist und wegen seines vehementen Widerstandes gegen ELGA bekannt wurde. Er bemängelte bei ELGA die Sicherheit der Daten und ist in einem Krankenhausverbund beschäftigt, der zugibt Daten weiter gegeben zu haben. In diesem Lichte wird der Widerstand gegen ELGA und alle der Verwendungsapplikationen zu sehen. Auch die Vehemenz des Widerstandes könnte damit erklärbar werden.

 Medienberichte:

Soheyl Liwani; Mag. MA am 20. August 2013

Die neuesten Pressemeldungen machen im Forum Alpbach und in den Medien die Runde. Ausgehend von den USA – wo Apotheken Daten an ein Marktforschungsinstitut Daten und die dann an Pharmakonzerne weitergeleitet haben.
(Kurierbericht)

ÄrztInnen haben sensible Daten an das Marktforschungsinstitut Firma verkauft. Zwar sind die Daten verschlüsselt, aber trotzdem sind es Daten von PatienInnen. Erinnern wir uns zurück welche Kritikpunkte die Ärztekammer gegen ELGA immer vorbrachte. Hier fand die Kampagne statt wo die Ärztekammer die Kosten für ELGA anprangerte, die mangelnde Sicherheit der PatientInnendaten, die Frage der ärztlichen Schweigepflicht, die Gefahr dass dritte oder nicht berechtigte Personen, Institutionen in die Daten der PatientInnen einsehen können. Auch wenn die Firma IMS Health beteuert, dass keine Rückschlüsse auf die PatientInnen auf Basis der Daten möglich sind – bleibt ein fahler Beigeschmack.

Es stellt sich hier die Frage, warum die 350 ÄrztInnen diese Daten weitergeben – wenn diese doch der Schweigepflicht unterliegen. Einem Bericht der Tageszeitung Standard bekamen die ÄrztInnen für die Daten pro PatientIn 30 € als Zusatzverdienst. Im dem Bericht ist zu lesen dass Geschlecht und Geburtsjahr des Patienten, die Krankenscheinart, aber auch sämtliche Diagnosen, Verordnungen oder Laborwerte. Zudem wandern mittels Tastendruck Informationen über Therapiewechsel oder Erläuterungen über einen Therapieabbruch zu IMS. Der Arzt erhält dafür 30 Euro pro Monat, abgerechnet wird “über das für den Arzt zuständige Softwarehaus”. IMS-Österreich-Chefin Erika Sander spricht gegenüber dem Kurier davon, dass alle Daten „rein für Marktstudien und Analysen benutzt werden“. Es gäbe für IMS keine Notwendigkeit, personenbezogene Daten zu erheben.

Wo bleibt der Aufschrei der Datenschützer, diese ja zu jeder Materie eine Meinung haben und immer die Datensicherheit bedroht sehen. Hans Zeger der immer und überall gegen ELGA seine Meinung Kund tut und seine Skepsis äußert wird schon in seiner Stellungnahme vorsichtiger. Datenmissbrauch besteht laut Zeger also bereits beim Sammeln derselben für nicht medizinische Zwecke. Ein Arzt dürfe die Daten seiner Patienten lediglich für Therapiezwecke, für Abrechnungszwecke oder für die eigene Forschung verwenden. Wenn ein Arzt/eine Ärztin Patientendaten sammelt um zu sehen aus welchen Bezirken seine/ihre PatientInnen kommen – ist das schon Missbrauch? Oder wenn er/sie die sieht welche Altersschichten er/sie anspricht um das Angebot zu erweitern oder zu verändern. Interessant ist, dass Zeger nicht den ÄrztInnen die Schuld gibt sondern dem Marktforschungsinstitut IMS Health – Das System ist so konzipiert, dass die Ärzte wahrscheinlich selber nicht wissen, was für Daten sie weitergeben. Auf ihren Computern wird eine Software installiert, die sich automatisch Daten herausfiltert.“ Sehr biblisch – denn sie wissen nicht was sie tun – hier zeigt Herr Zeger die Flexibilität seiner Meinungen.

Kritik übt Patientenanwalt Bachinger – er kritisierte in seiner Stellungnahme die Ärztekammer scharf – er erinnert an die Blüte der Debatte um die elektronische Gesundheitsakte Elga, als sich die Ärztekammer “als Hüterin der Patientendaten” positioniert habe. Bachinger: “Wenn’s ums Geldmachen geht, gilt das anscheinend alles nicht mehr.”

Der Wahlkampf lässt auch die politischen Parteien den „Datenklau“ kritisieren – SP Konsumentenschutzsprecher bezeichnet die Weitergabe von Patiendaten als ungeheuerlich, das Team Stronach und FPÖ fordern den Bundesminister auf den Datenklau zu unterbinden.

In einer laidaren Stellungnahme meinte die Ärztekammer Österreich gegenüber dem Kurier- „In Österreich gibt es 20.000 niedergelassene Ärzte. Es ist also für jede Statistik sinnlos, einen so kleinen Bruchteil von 350 Arztpraxen zu erheben.“

Fazit: Wein trinken und Wassser prädigen scheint die Einstellung der Standesvertretung zu sein. Verharmlosen, runterspielen des Vorfalls die Strategie der Medienverantwortlichen. Hier stelle die Forderung auf – innerhalb der Staatsanwaltschaft gegen Korruption eine eigene Abteilung für Datenschutz zu installieren und alle Agenden im Bereich des Missbrauch von Daten zu unterstellen. Diese Einrichtung kann dann Anzeigen aufnehmen und diese untersuchen – wer dies heute macht erschließt sich mir noch nicht – es wird aber höchste Zeit das die Gesundheitsdaten vor dem Zugriff der Firmen geschützt werden.

Medienberichte:

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 14. August 2013

 

Gesundheitsminister hat im Rahmen einer Pressekonferenz angekündigt, dass die HPV ( Human Pappiloma Viren) – Impfung für Kinder kostenfrei sein wird. Diese Maßnahme wird im Rahmen der nächsten Ausbaustufe des nationalen Impfkonzeptes stattfinden. Mit Februar 2014 können Kinder ab dem vollendeten neunten Lebensjahr im Rahmen des

Schulimpfprogramms gratis gegen HPV (Humane Papilloma-Viren) geimpft werden. Die Ärztin und Sektionschefin Pamela Rendi Wagner im Gesundheitsministerium ergänzte die Aussagen des Bundesministers in einer Aussendung “”Eine HPV-Infektion kann die Ursache für die Entwicklung bösartiger Tumoren sein, darunter Krebsformen im HNO- und Genitalbereich sowie der häufig genannte Gebärmutterhalskrebs”.

Aufgeräumt wurde auch mit dem Irrglauben, dass die HPV Impfung reine “Frauensache” sei – diese Ansicht ist längst überholt. Bewiesen ist, dass der Überträger die Männer sind und wenn man effizient gegen die Krankheit vorgehen will, müssen Buben als auch Mädchen gleichermaßen geimpft werden. Beim ersten Versuch die HPV Impfung in den Impfpass auf zu nehmen, wehrte sich die damalige Gesundheitsministerin und Ärztin des AKH Wien Andrea Kdolsky (ÖVP) dagegen.

Von den ExpertInnen der Parteien erntet der Minister durchwegs Applaus.

Die Wiener ÖVP Gesundheitssprecherin Korosec bezeichnet die Maßnahme in einer Aussendung als einen Schritt in die richtige Richtung. Weiters meint sie in der Pressemitteilung, Nun endlich setzt Bundesminister Stöger diese jahrelange ÖVP Forderung um! Auch wenn dies in Wahlkampfzeiten wohl eher mehr der Optik zu verdanken ist, hat Stöger der Prävention und so der Gesundheit der Frauen einen wertvollen Dienst erwiesen!”

Unerwartete Unterstützung des Plans des Gesundheitsministers kommt vom Gesundheitssprecher der Wiener FPÖ – dem Arzt Peter Frigo – dieser bezeichnet die Einführung der Impfung in der Aussendung – Nun hätten offensichtlich auch die Verantwortlichen eingesehen, dass gegen Gebärmutterhalskrebs wirksam vorgegangen werden müsse. Immerhin gebe es jährlich 400 Neuerkrankungen und 160 Frauen sterben daran. Durch die HPV-Impfung schon im Kindesalter könnten etwa 3/4 der Todesfälle verhindert werden.

In den Tenor der Gratulanten reiht sich auch der Gesundheitssprecher der Greünen Parlamentsfraktion ein. Kurt Grünewald, selbst Arzt, meinte in seiner Stellungnahme – “Endlich wurde ein wesentlicher Schritt für eine umfassende Prävention gesetzt”. Er gibt allerdings zu bedenken, daß “Viele Menschen sind inzwischen verunsichert über die Sinnhaftigkeit der Impfung. Das ist das Ergebnis einer jahrlangen Debatte mit nur schwer nachvollziehbaren Argumenten gegen die Impfung. Jetzt müssen rasch alle Betroffenen sachlich informiert werden”, betont Grünewald.

Naturgemäß kommt aus der Partei des Gesundheitsministers Applaus – die Gesundheitssprecherin der SPÖ Parlamentsfraktion Sabine Oberhauser meinte dazu – Ab Februar 2014 können Kinder ab dem vollendeten 9. Lebensjahr im Rahmen des bestehenden Schulimpfprogrammes kostenfrei gegen HPV (Humane Papilloma-Viren) geimpft werden. “Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit unserer Kinder” jubelte die Kinderärztin über die Maßnahme des Gesundheitsministeriums.

Auch der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger zeigt sich über die Erweiterung des Impfplanes erfreut. Dr. Josef Probst, Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger: “Die nun ab Februar 2014 vorgesehene HPV – Impfung bei Mädchen und Buben ab dem vollendeten neunten Lebensjahr wird dazu beitragen, die Erkrankungshäufigkeit weiter zu senken”. Die Kosten für das Kinderimpfprogramm werden so wie bisher im gewohnten Finanzierungsschlüssel aufgeteilt: 2/3 der Kosten übernimmt der Bund, das restliche Drittel werden zwischen den Ländern und der Sozialversicherung getragen.

Interessant ist, dass diese Maßnahme schon immer von vielen gefordert wurde und ihre Ideen endlich umgesetzt werden. Einige Fragen bleiben offen, wie reagieren die Impfgegner auf die Einführung – verweigern sie die Impfung und stellen einen Risikofaktor dar? Können diese “motiviert” werden ihre Kinder zu impfen. Auch mit der Impfung bekommt man keinen Persilschein, der so genannte PAP – Abstrich muss trotzdem als wichtige Untersuchung gemacht werden.

 

Die Sozialpartner – Wirtschaftskammer Österreich, Arbeiterkammer Niederösterreich und die Patientenanwaltschaft stellten ihr Gesundheitskonzept vor im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz ihr Gesundheitskonzept vor. Alle Experten der Institutionen sind der Auffassung, dass das Gesundheitswesen in Österreich einen guten Ruf genieße und dieser allerdings sei nur bedingt berechtigt. Die Pressekonferenz stand unter dem Motto – Gesundheit 2020 – PatientInnen im Mittelpunkt! Ziel der Maßnahmen muss es sein, die gesunden Lebensjahre der Menschen zu erhöhen. Derzeit liegt die Lebenserwartung über 80 Jahre – wovon 20 Jahre an Lebensqualität durch Krankheit verloren gehen. Der Vertreter der WKÖ , Martin Gleitsmann, führte als positives Beispiel das Anreizmodell der SVA – diese sich zu einer Gesundheitsversicherung entwickeln möchte.

Patientanwaltschaft – vertreten durch Gerald Bachinger – setz auf Information und Transparenz. Im Wortlaut sagte Bachinger, Patienten im Dschungel der verschiedenen Einrichtungen frei wählen können, aber dadurch oft auf der falschen Versorgungsstufe landen. Das führt zum

Verschieben von Patienten, suboptimaler Qualität, Patientenunzufriedenheit und ökonomisch vermeidbaren und unnötigen Zusatzkosten. Als Vorbild nannte Bachinger die National Health Service in Großbritanien oder das MedGate in der Schweiz, diese verfügen über Telefon- und Webbasierte Portale – die PatientInnen beraten. Abschließend strich der Patientenanwalt als für ihn wichtigen Punkt die die bestmögliche Behandlungsqualität und Patientensicherheit hervor.

Die AK Nö – vertreten durch Bernhard Rupp – betonte den Zugang zum Gesundheitswesen als wichtigen Punkt der Überlegungen des Expertenpapiers. Das Gesundheitssystem kann nur zu 20 bis 30 Prozent zur Gesundheit beitragen, der weitaus überwiegende Prozentsatz wird durch den persönlichen Lebensstil, die Genetik und andere Faktoren wie etwa Umwelt etc. beeinflusst. Eigenverantwortung setzt Befähigung und Kompetenzen der Betroffenen voraus wobei die Bildungs- und Gesundheitspolitik besonders gefordert sind. Aus Sicht der Patienten sind Transparenz und angemessene Information zu medizinischen Maßnahmen einzufordern.”

Information und Transparenz im Gesundheitswesen sind recht wichtige Punkte, allerdings sollte man auch die Kosten für das effiziente Gesundheitswesen analysieren. Wo liegen in die Stellen, die man besser gestalten könnte. Hier zu erwähnen sind zum Beispiel Doppelbefundungen, teils weil Spitäler ihre Befunde nicht anerkennen oder weil es keine Richtlinien gibt, wann eine Befundung veraltet ist und neu erstellt werden muss. Das der Patient/die Patientin im Mittelpunkt jeder Gesundheitsreform stehen soll ist außer Zweifel. Neu ist, dass von einer der SPÖ zugerechnete Organisation wie der AK Niederösterreich ein gewisses Maß an Eigenverantwortung eingemahnt wird. Ein solidarisches Gesundheitswesen ist meiner Meinung immer noch die einzige Variante. Gesundheit ist in der Lehre der Volkswirtschaft ein meritorisches Gut und muss vom Staat oder im Auftrag des Staates von einer Einrichtung übernommen werden. Die Vorschläge der Gruppe halte ich für nicht zielführend – viel mehr wäre es wichtig – eine Kontrolle ein zu richten, die Kompetenzen zu bündeln – also weg von den Ländern und hin zum Bund. Die Bundesgesundheitsziele sind ein Schritt in die richtige Richtung und wurden sogar vor den Wahlen noch beschlossen, allein bleibt die Umsetzung ab zu warten. Was passiert nach den Wahlen, wird die Ärztekammer ihren Widerstand fortsetzen oder konstruktiv mitarbeiten? Werden die Länder sich an die vertraglichen festgehalten Maßnahmen halten oder Wege finden diese zu umgehen? Doch nun sind der Wähler/die Wählerin am Wort und danach die neue Bundesregierung. Wie immer heißt es im Gesundheitswesen – Abwarten und Tee trinken!

 

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 10. August 2013

Beginnen wir einmal bei der Prävention, frägt man ÄrztInnen wann man zur Untersuchung gehen soll bekommt man unterschiedlichen Antworten. Die Bandbreite der Altersangaben beginnt mit dem 40. Lebensjahr und erstreckt sich zum 50. Lebensjahr. Viele Patienten haben Angst vor der unangenehmen Untersuchung und scheuen den Gang zum Urologen/Urologin. Die Ursache ist laut der Internetplattform „netdoktors.at“ noch ungewiss. Als eine der wichtigsten Risikofaktoren zählt das Alter der Männer – Darüber hinaus spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Wenn ein männlicher Blutsverwandter – Vater, Bruder, Großvater oder Onkel – an Prostatakrebs erkrankt ist, erhöht sich das Risiko, selbst ein Prostatakarzinom zu bekommen. Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Messung des so genannten PSA (Prostata-spezifisches Antigen) – dieser kann im Rahmen einer Blutanalyse gemessen werden. Auch dieser ist nicht unumstritten und wird von einigen ExpertInnen angezweifelt.

Zu dieser – speziellen Untersuchung wurde eine europäische Studie durchgeführt. 162.000 Männern im Alter zwischen 55 und 69 Jahren wurde der Nutzen des PSA-Screenings wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Demnach müsste man 1.410 Männer regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen, um einen Todesfall durch Prostatakrebs zu verhindern (siehe Abbildung). Innerhalb von etwa zehn Jahren ließen sich in dieser Gruppe zwar 48 Prostatakarzinome mehr entdecken als ohne regelmäßige Untersuchung. Dem einen verhinderten Todesfall stünden damit aber 47 Männer entgegen, bei denen die Teilnahme an der Früherkennung nur den Zeitpunkt der Diagnose vorverlegt – und somit auch die Belastung einer Krebsdiagnose und -therapie. Zumindest ein Teil von ihnen würde voraussichtlich an anderen Ursachen versterben und hätte ohne den PSA-Test nie vom Prostatakrebs erfahren. Allerdings konnte in dieser großen Studie auch gezeigt werden, dass durch ein regelmäßiges Screening die Prostatakarzinom-Sterblichkeit gesenkt werden kann. Der Überlebensvorteil durch das Screening steigt mit zunehmender Dauer des Screenings deutlich an, d.h. bei Männern mit einer Lebenserwartung von 15 Jahren und länger beträgt der Überlebensvorteil 40 Prozent. (siehe Netdoktors.at)

Jeder Monat zählt – unter diesem Motto stand die Pressekonferenz eines renommierten Pharmakonzerns in Wien. Hier handelt es sich um die Präsentation der Kampagne zur Behandlung von fortgeschrittenen Prostatakarzinomen in Europa. Die Kampagne hat zum Ziel ExpertInnen aus den Bereichen Urologie, Onkologie, die Selbsthilfegruppen, PatientInnen und ihre Angehörige zu animieren ihre Aufmerksamkeit zu wecken und ihre Herangehensweise zu der Erkrankung zu verbessern.

Unterlagen:

PresseAussendung  EMA Zulassung

Presseaussendugn Every Month Mathers

Studienergebnisse Prostatakarzinom

Webseite zu Prostatakarzinom:

Netdoktor.at