Wenn man an Alkoholismus denkt, fallen den Menschen gleich Länder wie Russland, Deutschland oder Schweden ein. Den Russen wird nachgesagt, sie seien das Land, dass Vodka zu den Grundnahrungsmitteln zählt. Die deutschen Nachbarn haben den höchsten Bierkonsum und die skandinavischen Staatsbürger nützen Reisen ins Ausland um billig Alkohol zu konsumieren können. Jeder/Jede Österreicher(-in) weiß Geschichten aus den Schiregionen zu berichten in den Schweden/Schwedinnen über den Durst trinken. Doch wie ist es um die Trinkgewohnheiten der ÖsterreicherInnen selbst bestellt? Die neueste Studie des Instituts für höhere Studien (IHS) hat gezeigt, dass Österreich hinter Frankreich und Portugal an dritter Stelle sich befindet (Quelle OECD).
Es gehört schon zum guten Ton in Österreich bei Veranstaltungen, dass Alkohol konsumiert wird. Menschen die sich nicht dem Genuss hingeben werden als Abstinenzler oder auch als Sonderlinge bezeichnet. Sprüche wie “Ein Glaserl in Ehren – kann niemand verwehren” oder ein “Achterl Rotwein am Tag ist gesund” sind im Volksmund fest verankert. Bei jeder Gelegenheit und zu jeder Tageszeit kann Alkohol konsumiert werden. Solange man nicht in eine Abhängigkeit gerät, also die Betreffenden zu so genannten Spiegeltrinkern werden, besteht auch keine Gefahr aus der Sicht von Herrn/Frau Österreicher.
Der erste Schritt zur Linderung ist das Problem zu erkennen und im zweiten Schritt können Maßnahmen eingeleitet werden. Aber wer gibt schon zu ein Problem damit zu haben? Ich habe das im Griff oder ich trinke ja nicht viel hört man von den Menschen an den Stammtischen. Wann spricht man von einer Alkoholabhängigkeit? Die StudienautorInnen schreiben zu diesem Punkt:” Die Gefährdungsgrenze liegt bei Frauen bei einem durchschnittlichen Konsum von über 40g reinem Alkohol pro Tag (entspricht etwa einem Liter Bier oder einem halben Liter Wein) und bei Männern bei einem durchschnittlichen Konsum von über 60g reinem Alkohol pro Tag (entspricht etwa eineinhalb Litern Bier oder einem dreiviertel Liter Wein).”
Doch wie schaut´s dann aus wenn die Alkoholabhängigkeit eintritt – wer hilft den Menschen und was kostet es dem Gesundheitswesen diesen Menschen zu helfen. Genau dieser Frage ist das IHS nach gegangen. Die Alkoholkrankheit verursachte im Jahr 2011 Kosten von 375 Mio. Euro alleine an direkten medizinischen Kosten, das entspricht 1,4 Prozent der Kosten des Gesundheitswesen liest man in Pressetext der Studie.
Gesellschaftlich verpönt ist das Fahren unter Alkoholeinfluss – wobei auch hier wieder der Volksmund sagt” Solange Dich net erwischen lasst” oder “eh nur 2 Häuserblocks entfernt wohne ich – da kann nix passieren”. Hier sind strenge Kontrollen der Exekutive wichtig und richtig – denn im alkoholisierten Zustand Autofahren ist kein Kavaliersdelikt sondern höchst gefährlich für das eigene als auch das Leben von anderen Menschen. (Unfallrisiko) Und dann kommt dazu – dass der Staat durch Alkoholkonsum Steuereinnahmen lukriert – laut StudienautorInnen bis zu 300 Millionen € im Jahr verdient.
Meine Forderung wäre hier die Zweckbindung der Einnahmen für das Gesundheitswesen oder eine Kostenbeteiligung der Gastronomie – aber das ist ein frommer Wunsch an das Christkind und wird sicher so bald nicht erfüllt.
Quelle:
IHS Studie:
- Pressetext
- Alkoholkrankheit (Grafiken)
Medien:









