Soheyl Liwani; Mag. MA am 19. April 2013
Kleine Zeitung

Alkoholkonsum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man an Alkoholismus denkt, fallen den Menschen gleich Länder wie Russland, Deutschland oder Schweden ein. Den Russen wird nachgesagt, sie seien das Land, dass Vodka zu den Grundnahrungsmitteln zählt. Die deutschen Nachbarn haben den höchsten Bierkonsum und die skandinavischen Staatsbürger nützen Reisen ins Ausland um billig Alkohol zu konsumieren können. Jeder/Jede Österreicher(-in) weiß Geschichten aus den Schiregionen zu berichten in den Schweden/Schwedinnen über den Durst trinken. Doch wie ist es um die Trinkgewohnheiten der ÖsterreicherInnen selbst bestellt? Die neueste Studie des Instituts für höhere Studien (IHS) hat gezeigt, dass Österreich hinter Frankreich und Portugal an dritter Stelle sich befindet (Quelle OECD).

Es gehört schon zum guten Ton in Österreich bei Veranstaltungen, dass Alkohol konsumiert wird. Menschen die sich nicht dem Genuss hingeben werden als Abstinenzler oder auch als Sonderlinge bezeichnet. Sprüche wie “Ein Glaserl in Ehren – kann niemand verwehren” oder ein “Achterl Rotwein am Tag ist gesund” sind im Volksmund fest verankert. Bei jeder Gelegenheit und zu jeder Tageszeit kann Alkohol konsumiert werden. Solange man nicht in eine Abhängigkeit gerät, also die Betreffenden zu so genannten Spiegeltrinkern werden, besteht auch keine Gefahr aus der Sicht von Herrn/Frau Österreicher.

Der erste Schritt zur Linderung ist das Problem zu erkennen und im zweiten Schritt können Maßnahmen eingeleitet werden. Aber wer gibt schon zu ein Problem damit zu haben? Ich habe das im Griff oder ich trinke ja nicht viel hört man von den Menschen an den Stammtischen. Wann spricht man von einer Alkoholabhängigkeit? Die StudienautorInnen schreiben zu diesem Punkt:” Die Gefährdungsgrenze liegt bei Frauen bei einem durchschnittlichen Konsum von über 40g reinem Alkohol pro Tag (entspricht etwa einem Liter Bier oder einem halben Liter Wein) und bei Männern bei einem durchschnittlichen Konsum von über 60g reinem Alkohol pro Tag (entspricht etwa eineinhalb Litern Bier oder einem dreiviertel Liter Wein).”

Doch wie schaut´s dann aus wenn die Alkoholabhängigkeit eintritt – wer hilft den Menschen und was kostet es dem Gesundheitswesen diesen Menschen zu helfen. Genau dieser Frage ist das IHS nach gegangen. Die Alkoholkrankheit verursachte im Jahr 2011 Kosten von 375 Mio. Euro alleine an direkten medizinischen Kosten, das entspricht 1,4 Prozent der Kosten des Gesundheitswesen liest man in Pressetext der Studie.

Gesellschaftlich verpönt ist das Fahren unter Alkoholeinfluss – wobei auch hier wieder der Volksmund sagt” Solange Dich net erwischen lasst” oder “eh nur 2 Häuserblocks entfernt wohne ich – da kann nix passieren”. Hier sind strenge Kontrollen der Exekutive wichtig und richtig – denn im alkoholisierten Zustand Autofahren ist kein Kavaliersdelikt sondern höchst gefährlich für das eigene als auch das Leben von anderen Menschen. (Unfallrisiko) Und dann kommt dazu – dass der Staat durch Alkoholkonsum Steuereinnahmen lukriert – laut StudienautorInnen bis zu 300 Millionen € im Jahr verdient.

Meine Forderung wäre hier die Zweckbindung der Einnahmen für das Gesundheitswesen oder eine Kostenbeteiligung der Gastronomie – aber das ist ein frommer Wunsch an das Christkind und wird sicher so bald nicht erfüllt.

Quelle:

IHS Studie:

Medien:

 

 

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 18. April 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus den Medien haben wir erfahren und ich habe auch darüber geschrieben, dass die Krankenkassen bis auf die Wiener Gebietskrankenkasse “schwarze” Zahlen schreiben. Hier möchte ich abermals betonen, dass ich in meinen Blogbeiträgen herausstreiche, dass diese Einsparungen nicht zu Lasten der PatientInnen sollen und auch laut Bundesminister Stöger nicht gegangen sind. Wäre nun das Saldo der Krankenkassen nicht positiv sondern negativ, würden alle Gesundheitsexperten die Zusammenlegung der Kassen fordern.

Eine Grundsäulen der österreichischen Sozialversicherung ist die Nähe zum Versicherten, vor Ort wissen die Verantwortlichen wo der Schuh sprichwörtlich drückt. Es gibt gelungene Beispiele für Zusammenlegungen und Beispiele für geplante Zusammenlegungen die bis dato nicht vollgezogen ist oder in den Verhandlungen stehen geblieben sind. Als gelungenes Muster kann ich die Fusion der Versicherungsanstalt des Bergbaus und der Versicherungsanstalt der Eisenbahner benennen. Seit Jahren wird die Vereinigung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern und der SVA diskutiert. Allerdings steht der Termin “Ver- Ehelichung” noch in den Sternen.

Doch kehren wir an dieser Stelle zum Ausgangspunkt unseres Diskurses zurück. In der Volkswirtschaftslehre spricht man von so genannten “meritorischen Gütern” – das sind Aufgaben, die nach Gelehrtenmeinung vom Staat durchgeführt werden sollen. Im Fall der Sozialversicherung, übernimmt diese, im Auftrag des Staates die Verantwortung die Gesundheit der Menschen in Österreich zu erhalten. Ausgaben der Sozialversicherung zur Erhaltung der Gesundheit sind besser als sie müssen danach für die Rehabilitation der von Krankheit befallenen Menschen aufkommen. Die Umstellung der Verschreibungen von Patentmedikamente – bei PatientInnen wo das möglich war und medizinisch vertretbar -auf Generika war mit ein Grund für die Kostenreduzierung.

Wenn man nun in den Medien gelesen hat, dass die Krankenkassen Defizite haben und dann die Zentralen dieser Institutionen betrachtet, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Gelder in falsche Kanäle fließen. Auch konnte der aufmerksame Zeitungsleser/-in von “hochdotierten” Gagen der Funktionäre lesen. Was man allerdings selten liest sind die Problematiken wie der umfassende gesetzliche Auftrag, den die Kassen erfüllen müssen. Nur die Ursache von außen zu suchen ist recht einfach, auch Kassenintern gibt’s Ungereimtheiten – wie die “Verschiebung” der Menschen, die sich kostenintensiven Behandlungen unterziehen müssen nach Wien und die Zahlungen der einzelnen Kassen in den “Solidaritätsfonds”. Hier spricht man von so genannten “GastpatientInnen”.

Dann kommen noch die Studierenden die in ihren Heimatländern versichert sind und die Kostenbegleichung für in Österreich getätigte Behandlungen mehr als nur zögerlich erfolgt. Als schlechter Letzt konnte man auf Orf.at lesen, dass es für verunglückte SportlerInnen – die als Touristen nach Österreich kommen – auch scheint die Zahlungsmoral eher fragwürdig zu sein. Dazu meint der Geschäftsführer Karl Obermaier betont, kürzere Zahlungsfristen wären angemessen: „Wenn ich heute einkaufen gehe und erst nach 18 Monate zahle, dann habe ich ein Problem. Wir haben ein massives Liquiditätsproblem. Das betrifft auch das Krankenhaus Zell am See. Ursache ist der Tourismus. Der ist volkswirtschaftlich gut, aber betriebswirtschaftlich haben wir ein großes Problem damit.“

Jeder der sich in Österreich aufhält muss ein Recht haben, im Bedarfsfall medizinisch betreut zu werden , auch Österreichische Staatsbürger werden im Urlaub im Bedarfsfall betreut – die Staaten sollen sich aber Gedanken machen wie die Refundierung der Leistungen erfolgen muss.

 Medien: Spitäler: Tourismus als Schuldenfalle

 

 

 

 

 

 

 

Krankenkassen wollen mehr Geld in die Gesundheitsprävention, Zahngesundheit und Kindergesundheit stecken. In den Bereich der Prävention will die Sozialversicherung, laut des Hauptverbandschefs Dr. Hans Jörg Schelling, die Gelder um 50% aufstocken. Heute gebe man 150 Millionen Euro aus und soll dann auf 220 Millionen Euro ansteigen. Gegenüber dem Morgenjournal erneuerte der Chef des Hauptverband die Ankündigung, mehr Finanzmittel in die Zahngesundheit zu investieren.

Was die Überschüsse der Kassen anbelangt und der Forderung der Ärztekammer nach mehr Honorar für die medizinischen Leistungen – erteilte Schelling eine Absage.Es wurde schon vielen ExpertInnen gefordert, dass die Gelder in andere Kanäle gehen. Die Menschen beklagen sich schon immer dass die Kassen im Bereich der Zahnheilkunde kaum Leistungen übernehmen. Schon in dem von Bundesminster Stöger eingeleiteten Kindergesundheitsdialog haben die diversen ExpertInnen einige brauchbare Ideen ausgearbeitet. Die Ankündigung ist sehr begrüßenswert und gibt Anlass zur Hoffnung.

 Medien:

Interessante Webseiten zum Thema:

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 15. April 2013

 

 

 

 

 

 

Wieder eine positive Schlagzeile aus der Sozialversicherung ist auf der ORF.at zu lesen. Die Sozialversicherung hat die von der Politik vorgegebenen Sparziele erreicht. Gratulation an den Hauptverband und die einzelnen ManagerInnen der Sozialversicherung. Ich stelle mir die Frage wie die „Jubel Meldungen“ in den Medien die Meinung der Bevölkerung beeinflusst. Wie wurden die Einsparungen erreicht? Die Verwaltung ist schon auf Mindeststandard, die Leistungen sind schon auf Prüfstand – in seiner Antrittspressekonferenz hinterfragt der neue Generaldirektor des Hauptverband der SV-Träger manche Leistung im Bereich der Radiologie und Labordiagnostik.

Ich schreibe es nicht zum ersten Mal aber wiederhole es an dieser Stelle immer wieder. Einsparungen im Gesundheits- und Sozialwesen sind a priori kein Grund Schalmeien und Trompeten erklingen zu lassen sondern ein Grund mehr sich um eine Gesundheitsreform zu kümmern, die ihren Namen auch alle Ehre wird. Die Solidarität zwischen Menschen die frei von Krankheiten sind und Menschen denen das Schicksal übel mitgespielt hat – ist eine der wichtigsten Säulen einer Gesellschaft.

Die Länder sollten daran erinnert werden, dass es kein Wettkampf der geringsten Leistungsdichte ist sondern der bestmöglichen medizinischen Betreuung. Ein Musterknabe im negativen Sinne ist das Land OÖ – mit dem größten Bedarf an medizinischem Personal in den ländlichen Regionen. Bei Leistungskürzungen bleiben immer die PatientInnen auf der Strecke und nicht die behandelnden ÄrztInnen in erster Linie. Doch zurück zum Ausgangspunkt – der Jubelmeldung auf ORF.at – die von der Politik gemachten Vorgaben wurden erfüllt.

Für den Zeitraum von 2010 bis 2013 wurden den Kassen Kostendämpfungen von insgesamt 1,725 Mrd. Euro auferlegt. Die Kassen haben in den vergangenen vier Jahren um 946 Mio. Euro übererfüllt, geht aus dem Monitoringbericht des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervor, den Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) am Dienstag dem Ministerrat vorlegen wird. Einzig die Wiener Gebietskrankenkasse hat noch Schulden von rund 150 bis 200 Mio. Euro. Alle anderen Kassen sind bereits schuldenfrei. Der Staat hat dazu 450 Mio. Euro – in drei Tranchen zu je 150 Mio. – beigesteuert, kann man im Beitrag des ORF lesen. Stolz zeigte sich der Gesundheitsminister, dass diese finanzielle Besserung ohne zusätzliche Steuern und ohne neue Selbstbehalte erreicht wurde.

 Medienberichte

Einer Meldung der Austria Presseagentur (APA) zu Folge, stiegen im Zeitraum von 2008 bis 2012 den höchsten Anstieg in der EU. Der Anstieg betrug in Österreich 15,5 % dicht gefolgt von der Slowakei (13,8%) und Finnland (13,7%).  Die geringsten Steigerungen wurden laut am Mittwoch von Eurostat veröffentlichten Daten in Portugal (+0,4 Prozent) und Irland (+0,8 Prozent) registriert. Einziges Land in der Währungsunion mit einem Rückgang der Arbeitskosten war Griechenland mit minus 11,2 % liest man in der Meldung der APA.

Den höchsten Anstieg von 2008 bis 2012 in Bulgarien mit +42,6 Prozent. Rumänien lag mit 23,3 Prozent Zuwachs dahinter, dann folgt Österreich. Die geringsten Anstiege unter allen EU-Ländern verzeichneten Lettland (+1,3 Prozent) und Großbritannien (+5,2 Prozent). Neben Griechenland verzeichnete nur Litauen mit -1,4 Prozent einen Rückgang.

Ein weiter Parameter der von Eurostat untersucht wurde waren die Arbeitskosten pro Stunde in den Staaten der EU. Spitzenreiter der Staaten ist Dänemark (38,1%) gefolgt Belgien (37,2 Euro), Luxemburg (34,6 Euro) und Frankreich (34,2 Euro). Dann folgen die Niederlande (32,0 Euro) und Finnland (30,8 Euro). Österreich liegt mit 30,5 Euro pro Arbeitsstunde auf Rang acht. Dahinter kommen Deutschland (30,4 Euro), Irland (29,1 Euro), Italien (27,4 Euro), Großbritannien (21,6 Euro), Spanien (21,0 Euro), Zypern (18,2 Euro), Slowenien (14,9 Euro), Griechenland (14,9 Euro), Malta (12,3 Euro), Portugal (12,2 Euro), Tschechien (10,6 Euro), Estland (8,4 Euro), Slowakei (8,3 Euro), Ungarn (7,5 Euro), Polen (7,4 Euro), Lettland (6,0 Euro), Litauen (5,8 Euro), Rumänien (4,4 Euro) und Bulgarien (3,7 Euro).

 

Die europäischen Gewerkschaften kritisieren immer die hohen Kosten für Arbeit, dass die Arbeitgeber zwingen, die Menschen in A-typische Beschäftigungsverhältnisse zu gehen. Die Sozialversicherungen und die Gesundheitsleistungen sind von hoher Beschäftigung abhängig, mehr a-typische Beschäftigung geht auf Kosten der Gesundheitspolitik.

Quelle APA/Eurostat

Veranstaltung zum Thema: Schutz der Menschenwürde in Österreich

PK 09.04.2013- Parlamentsdirektion/Bildagentur Zolles KG/Jacqueline Godany

Am 9.4 fand im ehrwürdigen Palais Epstein die Veranstaltung auf Einladung des zweiten Nationalratspräsidenten Fritz Neugebauerdie Diskussionsveranstaltung – Pflege und Menschenwürde in Österreich statt.

 Am Podium haben teilgenommen:

• Wolfgang Rank (Ehrenpräsident Katholischer Laienrat Österreich)

• Prof. Christoph Gisinger (Institutsdirektor Haus der Barmherzigkeit)

• Waltraud Klasnic (Präsidentin des Dachverbands Hospiz Österreich)

• Martina Kronberger-Vollnhofer (Kinderhospizbeauftragte im Dachverband Hospiz Österreich)

• II. Nationalratspräsident Fritz Neugebauer

Im Rahmen der 3. Veranstaltung war das Thema Der Schutz der Menschenwürde in Österreich. Wolfgang Rank meinte in seinem ersten Statement:” Es ist offensichtlich, dass in das Thema „Schutz der Menschenwürde“ unter anderen auch die Bereiche „Behinderte“, „Erziehung“, „Pflege“, „Sekten und Fundamentalismen“, „Asylanten und Flüchtlinge“, „Haft und Gefängnis“ einbezogen werden müssten. Heute sollten wir uns aber auf die im Programm angegebenen Bereiche konzentrieren, obwohl uns bewusst ist, dass viele weitere Bereiche genauso ausführlich behandelt werden müssten.” Der II: Nationalratspräsident Neugebauer, der auch die Rolle der Moderation übernahm, meinte im Vorfeld der Veranstaltung:” Der Schutz der Menschenwürde als unabdingbarer Grundpfeiler der Gesellschaft ist Thema der Veranstaltung “Schutz der Menschenwürde in Österreich” leitete Wolfgang die Diskussion ein.

Das Hauptreferat hielt der Mediziner Prof. Christoph Gisinger (Institutsdirektor Haus der Barmherzigkeit) – er beschrieb die Situation der Pflegenden und Klienten im Allgemeinen. Strich heraus, dass der Schutz der Menschenwürde bei zu pflegenden Menschen ein unabdingbares Element in der Pflege ist. Die häufigste Verletzung bei älteren und pflegenbedürftigen Menschen sind Stürze – diese machen über 65% der Verletzungen aus. Unter anderen sind das Schenkel-Hals –Brüche bis zu Zerrungen und bedürfen in aller Regel einer stationärer Aufenthalt. Langzeitpflege koste pro Monat zwischen 4.000 und 8.500 Euro, so Christoph Gisinger, Institutsdirektor des “Haus der Barmherzigkeit”. Zurzeit werde für die Finanzierung auf das Vermögen des Betroffenen und seine laufenden Einkünfte zurückgegriffen. Reiche das nicht aus, gibt es Pflegegeld und Sozialhilfe, erklärte Gisinger. Das bringe Betroffene oft in menschenunwürdige Situationen. “Man muss zuerst ein Sozialfall werden, damit man Hilfe bekommt”, meinte Gisinger im Gespräch mit der Kathpress. Eine besonders schwierige Phase ist die, bei der pflegebedürftige Mensch die Kontrolle über sich verliert und auf fremde Hilfe angewiesen ist – in vielerei Hinsicht. Bei der Nahrungsaufnahme, beim Waschen – Allgemein im bewältigen des Alltags. Weitere wichtige seien Sterbebegleitung, Schmerztherapie und eine Definition der Tätigkeit der Gesundheitsberufe.

Waltraud Klasnic bedankte sich bei den tausenden ehrenamtlichen und hauptamtlichen in den pflegenden Berufen und strich deren Bedeutung heraus. Als Forderungen des Dachverbandes nannte sie Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und es soll auch leistbar sein in eine Hospizeinrichtung oder Palliativeinrichtung gehen zu dürfen. Abschließen formulierte Waltraud Klasnic ihre Forderung gegenüber der Kathpress:” Die Aufnahme des Rechts, in Würde zu sterben, und des Verbots von Tötung auf Verlangen in die Verfassung. “Da treten wir zur Zeit aber noch auf der Stelle”, die Präsidentin im Interview.Abschließend berichtete Martina Kronberger-Vollnhofer über die Kinderhospiz und welchen Herausforderungen auf die Menschen zukommen werden. Sie unterschied die Kürzel LLE (Lebenslimitierende Erkrankungen) und LBE Lebensbedrohliche Erkrankungen.

 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 10. April 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der medialen und an jedem Stammtisch wird das Gesundheitssystem diskutiert. Sei es nun weil man selbst krank ist und beim Arzt/ bei der Ärztin seines/ihres Vertrauens lange warten muss. Die Sache ist nicht einfach und wenn man die PatientInnen befragt, bekommt man unterschiedliche Antworten woran es liegt. Ein Faktum wird dabei von den wartenden PatientInnen übersehen – wenn sie im Wartezimmer sind ist ihnen die Wartezeit zu lange und als im Behandlungszimmer ist Ihnen die Zeit zu kurz.  Der Hauptverband schlägt daher eine Verlängerung der Öffnungszeiten vor um den Andrang in die Ordinationen zu kanalisieren und am Ende des Weges den Weg ins Spital den Menschen zu ersparen.

Werfen wir doch nun einen Blick in die Öffnungszeiten der Mediziner in Wien, Oberösterreich und Vorarlberg. Basis ist der Vertrag zwischen den jeweiligen Gebietskranken, die wir nun untersuchen wollen und der Standesvertretung der Ärzteschaft. Beginnen wir im heutigen Beitrag mit der Wiener Gebietskrankenkasse – die von ÄrztInnen die eine Ordination mit Kassenvertrag der WGKK haben wollen folgende Öffnungszeiten als Mindestzeit verlangt.

Neuverträge ab 1. Jänner 2011:

AllgemeinMedzinerInnen: 20 Stunden, verteilt auf 5  Tage

FachÄrztInnen : 20 Stunden, verteilt auf tunlichst 5 Tage, mindestens aber 4 Tage 2 der 3 vorgegebenen Ordinationszeitenblöcke sind mindestens 1 mal pro Woche zu wählen :

  • - Abendord. ab 17:00 Uhr, mindestens 2 h
  • - Nachmittagsord. ab 13:00 Uhr, mindestens 2 h
  • - Frühordination ab 7:00 Uhr, mindestens 2 h.

Gruppenpraxen:

Bei 2 Gesellschaftern – 30 Stunden, verteilt auf 5 Tage
ab 3 Gesellschaftern -mindestens 40 Stunden, verteilt auf 5 Tage.

  • Jedenfalls eine Abendordination ab 17:00 Uhr, mindestens 3 h und eine
  • Nachmittagsordination ab 13:00 Uhr, mindestens 3 h sowie
  • zusätzlich wahlweise eine weitere Abendordination ab 16:00, mind.
  • 3 h oder eine Frühordination ab 7: 00 Uhr, mind. 3 h.”

Wobei es hier bei der WGKK muss so genannte Mindestzeiten handelt und keine Maximalzeiten wie von den ÄrztInnen immer mitgeteilt wird. Mein eigener Hausarzt hält sich peinlich genau an die Öffnungszeiten – er hat ein sehr gut funktionierendes Ordinationsmanagement – daher wartet man nicht lange auf Einlass ins Behandlungszimmer. Die niedergelassenen ÄrztInnen beklagen, dass es nicht ausreichend Kassenstellen gibt und die WGKK diese aufstocken soll. Während die Sozialversicherung auch meint, dass Wien schon eine sehr hohe Dichte an ÄrztInnen hat und keinen Handlungsbedarf sieht. Der Patient /Die Patientin sieht lange Wartezeiten und beschwert sich über die langen Wartezeiten. Wenige der Ärzteschaft bieten ihre Leistungen auch am Wochenende an – aber das sind ein geringer Teil und nicht die Mehrheit. Wenn es mehr Ordinationsstunden gäbe – würden die Menschen weniger Ambulanzen aufsuchen und dem Gesundheitssystem Geld ersparen.

Im nächsten Blogbeitrag werfen wir einen Blick in die Ordinationszeiten in Oberösterreich.

Soheyl Liwani; Mag. MA am 9. April 2013

In heutigem Blogbeitrag möchte ich mich abermals mit der Situation im Gesundheitswesen beschäftigen. Steuern wir auf einen Mangel an Pflegekräften oder allgemein gesagt – bei medizinischen Personal hin? Ich habe schon mal auf einen Artikel in der Tageszeitung reagiert und die Abwanderung der AkademikerInnen als Abwanderung von Know How beschrieben. Doch wie sehen das die Player im Gesundheitswesen? Wie sieht das der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger – der seit ein paar Tagen eine neue Führung hat. Der SPÖ-nahe Josef Probst hat wie schon berichtet die Amtsgeschäfte von dem VP-nahen Dr. Josef Kandlhofer übernommen.

Nachdem kleinen Exkurs – kehren wir zu unserem Ausgangspunkt und sehen auf die Position des Hauptverbandes in der Frage des möglichen ÄrztInnenmangel. Der Hauptverband stellt diesen Mangel in Abrede und behauptet viel mehr, dass es ausreichend ÄrztInnen gibt. Sowohl in Ausbildung, im Extramuralen Bereich als auch in den Spitälern. Hauptverbandschef Hans Jörg Schelling hat dazu eine eindeutige Meinung. Während die heimische Bevölkerung in den vergangenen 40 Jahren um 12 Prozent von 7,5 auf 8,4 Millionen Menschen gewachsen ist, ist die Zahl der berufsausübenden Ärzte und Ärztinnen um das Zwanzigfache von 12.438 auf 39.123 gestiegen und hat sich damit mehr als verdreifacht. „Die Ziffern stammen von der österreichischen Ärztekammer, von einem Ärztemangel kann aus Sicht der Sozialversicherung daher keine Rede sein“, so Schelling in seiner Stellungnahme abschließend.

Zahl der Ärzte seit 1970 verdreifacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Ärztebedarfsstudie kann man folgendes nachlesen zum Bedarf an ÄrztInnen:“ Generell hat Österreich im internationalen Vergleich mit rund 4,7 berufsausübenden Ärztinnen und Ärzten pro 1.000 Einwohner (Stand: 2009) eine der höchsten Ärztedichten Europas und weltweit, die auch in den vergangenen Jahrzehnten noch eine maßgebliche Steigerung erfahren hat (OECD 2011). Insgesamt weist Österreich mittlerweile fast viermal so viele Ärztinnen und Ärzte auf wie vor vierzig Jahren (1960 bis 2010: plus 257 Prozent). Dabei ist die Zahl der Fachärztinnen und Fachärzte deutlich stärker gestiegen (plus 470 Prozent) als jene der Allgemeinmediziner/innen (plus 115 Prozent). Seit dem Jahr 2000 ist die Gesamtzahl der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Österreich um 30 Prozent gestiegen. Bereits jetzt verlässt ein Teil der Medizin-Universitätsabsolventinnen und -absolventen das Land (vor allem nach Deutschland und in die Schweiz). Um den medizinischen Nachwuchs in Österreich zu sichern, wird daher als zentrale Aufgabe erkannt, die Absolventinnen und Absolventen österreichischer Medizin-Universitäten auch in den hiesigen Arbeitsmarkt zu bringen“.

Es herrscht also nach Meinung des Hauptverbandes kein Ärztemangel sondern ein Verteilungsproblem, die meisten ÄrztInnen wollen in den Ballungszentren tätig sein während die Situation am Land immer ernster wird. Hier ist guter Rat gefragt und eine mögliche Lösung ist die Ordinationszeiten zu verlängern und somit auch die Ambulanzen zu entlasten. Das Motto sollte lauten, mehr Leistungen in den extramuralen Bereich und dadurch den intramuralen Bereich entlasten.

Zusatzinformationen:

Bedarf und Ausbildungsstellen 2010 bis 2030 (Ärztebedarfsstudie) 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 8. April 2013

 

 

 

 

 

 

Wie eine simple Stellenausschreibung es schafft in die Medien zu kommen, zeigt uns die Wiener Ärztekammer. Sie hat erstmals die Position des “Ombudsmann/-frau” ausgeschrieben. Das alleine wäre noch nicht eine Schlagzeile wert, aber dieses Mal ist alles etwas anders. Die gelernten ÖsterreicherInnen wissen, dass diese prestigeträchtigen Funktionen immer schon im Vorfeld ausgemacht wer der “best geeignete” für die Stelle ist.

Um nun sich nicht den Vorwurf machen zu müssen, dass es um eine Stelle ist, die freihändig vergeben wurde, macht die Standesvertretung der ÄrzInnen eine Patientenbefragung per SMS wie im Standard zu lesen ist. Nun haben sich für den Job in der Ärztekammer auch prominente aus der Welt der Gesundheit beworben. Unter anderen auch der ehemalige Generaldirektor des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger Dr. Kandlhofer, der ehemalige Chef der Wiener Gebietskrankenkassen Franz Bittner und die Gesundheitsökonomin Andrea Schwarz-Hausmann. Insgesamt haben sich 36 KandidatInnen beworben. Die neben der schon vorhandenen PatienInnenanwaltschaft für deren Belange im Falle von möglichen Behandlungsfehlern im Gesundheitswesen aktiv werden.

Auf Anfrage des Standards meinte die Ärztekammer “”Wahlberechtigt” sind alle, die eine österreichische Sozialversicherungsnummer haben und älter als 16 Jahre sind; man habe den Kreis bewusst nicht auf Wiener beschränkt, heißt es in der Kammer. Pro Handynummer darf einmal gevotet werden. Er ist weisungsungebunden und arbeitet als freier Dienstnehmer für die Kammer, dort werden ihm ein Büro und ein Sekretariat zur Verfügung gestellt. Schon im zweiten Halbjahr 2013 soll der Ombudsmann seine Tätigkeit aufnehmen.

Ein/Eine Obbudsmann/-frau die/der die möglichen Behandlungsfehler der Ärzteschaft untersucht und dass noch im Auftrag der Ärztekammer Wien. Ein Schelm wer hier böses denkt und die Frage der möglichen Befangenheit aufwirft. Auch die Patientenanwälte, die im Namen der Krankenanstaltenträger ihre Funktionen ausüben, muss mit einer gewissen Portion Skepsis betrachtet werden. Denn wer beißt schon die Hand, die einen ernährt.

 Medienberichte:

Der Standard:

OTS Wiener Ärztekammer: 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 3. April 2013

 

 

 

 

Auf der Webseite des Bundesrechnungshofes findet der/die Leser(in) die Kritik des Prüfungsorgan des Parlaments zu den Bezirkskrankenanstalten im Bundesland Salzburg.

Im Bericht meint der Rechnungshof:” Die fünf überprüften Krankenanstalten (Landeskrankenhäuser Mittersill und Tamsweg, Krankenhäuser Zell am See und Oberndorf sowie Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg) erfassten im eigenen Interesse bestimmte Qualitätsparameter (z.B. Komplikationsraten). Interne, standardisierte Fehlermeldesysteme waren nur bei zwei Krankenanstalten eingerichtet; die Qualitätsdaten der fünf Krankenanstalten wurden nicht einheitlich erfasst und waren daher schwer vergleichbar.

Mit Ausnahme des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Salzburg wiesen die überprüften Krankenanstalten in bestimmten medizinischen Fachbereichen Fallzahlen auf, die unter den im Österreichischen Strukturplan Gesundheit vorgegebenen Mindestfrequenzen lagen. Diese Ergebnisse stimmten in weiten Bereichen mit jenen der vorangegangenen Gebarungsüberprüfung zu diesem Thema im Landeskrankenhaus Salzburg sowie den Krankenhäusern Schwarzach und Hallein überein.”

Hier wird ersichtlich welche Geisteshaltung der Rechnungshof hat, Quoten werden herausgestrichen. In der Medizin gibt’s aber nicht nur die Wahl zwischen Operationen und konservativer Behandlungsformen sondern auch alternative Heilmethoden wie zB Physiotherapie, Ergotherapie usw. Von der Anzahl die Leistungsfähigkeit abzulesen halte ich nicht für den geeigneten Weg Krankenhäuser zu bewerten. Vielmehr müssen andere Parameter wichtiger werden – wie zum Beispiel MitarbeiterInnenzufriedenheit, PatientInnenzurfriedenheit oder Akzeptanz in der Bevölkerung. Auf der einen Seite will der Rechnungshof in anderen Berichten Zusammenlegungen von Strukturen, kritisiert die Kompetenz der Länder aber auf der anderen Seite werden dann die mangelnde Fallzahlen ins Vordertreffen geführt.

Qualitätssicherung ist wichtig und notwendig, jede Krankenanstalt sollte das für sich machen und auch sich von qualifizierter Stelle, die einer möglichen Med Control unterziehen. Aber muss im Gesundheitswesen immer der/die Patient(-in) und der/die Mitarbeiter(in) im Vordergrund stehen und nicht nackte Zahlen.

Quelle:

Rechnungshofbericht:

Qualitätssicherungsmaßnahmen in der Patientenbehandlung in den Landeskrankenhäusern Mittersill und Tamsweg, in den
Krankenhäusern Zell am See und Oberndorf sowie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg

DerStandard.at: 

Rechnungshof: Zu wenige Operationen in Salzburger Bezirksspitälern