Soheyl Liwani; Mag. MA am 25. Juli 2014

Einer Meldung der Nachrichtenagentur APA zu Folge, hat Gesundheitsminister Stöger einen Entwurf zur Neugestaltung der ÄrztInnenausbildung in Begutachtung geschickt und in dieser Legislaturperiode beschlossen werden.

Der Entwurf sieht vor, dass nach Abschluss des Medizinstudiums sollen alle angehenden Ärzte demnach eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren. Dabei sollen sie klinische Grundkompetenzen auf den Fachgebieten Chirurgie und Innere Medizin erwerben. Sie sollen damit befähigt werden, Notfallsituationen zu erkennen, Erstmaßnahmen zu setzen und Patienten mit vorhandenen Möglichkeiten zu versorgen, bis höherwertigere Hilfe möglich ist. Außerdem sollen sie dabei lernen, die fünfzehn häufigsten Krankheiten zu diagnostizieren und der weiteren Behandlung zuzuführen (beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionsstörungen, cerebrovasculäre Erkrankungen, Alzheimer/Demenz, Diabetes). Nach dieser Basisausbildung müssen die Jung-Ärzte die Entscheidung treffen, ob sie die Ausbildung zum Facharzt oder zum Allgemeinmediziner machen.

Für den Allgemeinmediziner sind nach der Basisausbildung weitere 33 Monate Ausbildung in einem Spital in verschiedenen Fachrichtungen ähnlich der bisherigen Regelung vorgesehen. Neu ist allerdings, dass danach die Tätigkeit in einer Lehrpraxis für zumindest sechs Monate erfolgt. Nach sieben Jahren steigt der Umfang auf mindestens neun Monate und nach weiteren fünf Jahren auf zumindest zwölf Monate. Die Gesamtdauer der Ausbildung zum Allgemeinmediziner verlängert sich somit stufenweise auf 45 bzw. 48 Monate. Diese Ausbildung kann in anerkannten Lehrpraxen, Lehrgruppenpraxen oder Lehrambulatorien erfolgen und beträgt höchstens 18 Monate. Der bisherige Turnus geht darin auf.

Für den Facharzt sieht das neue Modell nach der Basisausbildung zwei weitere Abschnitte vor.

Zunächst soll es eine fachspezifische Grundausbildung im Sonderfach (Sonderfach-Grundausbildung) in der Dauer von zumindest fünfzehn Monaten und anschließend eine Schwerpunktausbildung (Sonderfach-Schwerpunktausbildung) in der Dauer von zumindest siebenundzwanzig Monaten geben. Pro Sonderfach sollen maximal sechs Module zu bestimmten Fachinhalten für die Schwerpunktausbildung zur Wahl stehen. Bisherige Additivfächer sollen entfallen und in die neue Ausbildung integriert werden. Mit diesem Modulsystem für einzelne Erkrankungen will man von der reinen Rotation durch die Abteilungen wegkommen und mehr auf die Qualität der Ausbildung setzen. (siehe Text APA0289 2014-07-25/12:52)

Ab zu warten ist die Reaktion der Länder, GesundheitsexpertInnen und InteressensvertreterInnen auf diesen Vorschlag – auf dem ersten Blick kann ich keinen positiven Eindruck gewinnen – aber vielleicht entsteht im überarbeiteten Vorschlag mit Einarbeitung der Kritik ein passabler Vorschlag.

Stellungnahmen- Medienberichte 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 25. Juli 2014

Ihre Vorstellungen das Gesundheitswesen organisiert werden soll hat die Ärztekammer Mittwoch  im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Ziel dieses Konzeptes sei es die Mängel zu beheben – so die Kammer in ihrer Aussendung. Das Konzept “Spitalsärztin/Spitalsarzt 2025″ soll die bestehenden Problemfelder wie überlaufene Ambulanzen, enorme Arbeitsbelastung, Turnus, Feminisierung der Medizin oder mangelnde Work-Life-Balance nicht nur in Angriff nehmen, sondern beheben. Interessant ist zu bemerken, dass aus Sicht Mayers mehr Frauen in den Medizinischen Berufen zu den Problemfeldern zählen. Richtig ist, dass viele ÄrztInnen ins Ausland abgewandert sind und es dadurch zu einem Mangel an TurnusärztInnen kommt. Auch wenn es die EntscheidungsträgerInnen im Gesundheitswesen nicht einsehen wollen – der Mangel an ÄrztInnen ist evident und hat nicht die Ursache in der schlechten Verteilung.

Hier fordere ich zum wiederholten Male ein bundesweit einheitliches Krankenanstaltengesetz – und ein Ende der Verschlechterungen der Bedingungen für JungmedizinerInnen. Am ÄrztInnenmangel trägt auch die Ärztekammer  und die Medizinishe Universitäten Mitschuld, die jahrelang Menschen vom Studium der Medizin abgehalten haben und ausgebildete JungmedizinerInnen ins Ausland vermittelt haben.

Lösungsansätze

Zentral ist eine Neuregelung des Zugangs zum Spital, die einerseits die Ambulanzen entlasten und andererseits die Patientenströme besser koordinieren soll. Demnach sollen Patientinnen und Patienten nur noch mit Zuweisung ins Spital kommen. “Wir stellen uns das so vor: Zuweisungen werden nur noch von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen – Allgemeinmedizin wie Fachärzteschaft – vorgenommen erläutert Mayer in der Aussendung.

Wo hier die revolutionäre Idee sein soll, kann ich nicht sehen, es soll nur verhindert werden, dass PatientInnen sich selbst ins Spital zu überweisen. Die Kammer sollte sich die Frage stellen, warum sich die Menschen ins Krankenhaus selbst überweisen. Weil die niedergelassenen ÄrztInnen nicht mehr als 20 Wochenstunden Ordinationszeit haben – hier ist eine Einigung auf Erweiterung schon erzielt worden. Ansonsten stellt das Konzept keine Änderung des gültigen Konzepts dar.

Zusätzlich soll das ärztliche Personal in Pflegeheimen zuweisen können, ebenso die ärztlichen Gruppenpraxen bzw. Ordinationszentren”, erläuterte Mayer. Über die Rettung sei außerdem eine Notfalleinweisung möglich. Der derzeit gängigen Selbstzuweisung durch die Patientinnen und Patienten werde mit diesem System ein Riegel vorgeschoben. Mayer: “Die Maßnahme entlastet die Ambulanzen und sorgt für mehr Struktur.”

In Wien muss werden die Menschen von den ÄrztInnen erst beim Fonds Soziales Wien angemeldet und dieser teilt dann die Menschen in die Pflegeheime ein. Will die Ärztekammer in Wien nun den FSW ausschalten und die Menschen direkt überweisen? Es setzt auch voraus, dass alle Pflegeeinrichtungen medizinische Abteilungen haben – tun sie nicht!

Im Großen und Ganzen stellt das vorgestellte Konzept – trotz der Schwächen – eine gute Diskussionsgrundlage dar – endlich kommt von der Ärztekammer nicht nur ein destruktiver Beitrag.

OTS – Meldungen

Ärztekammer Teil I und Teil II 

Medienberichte

Ärztekammer: In Ambulanz nur in Notfällen oder mit Zuweisung

Soheyl Liwani; Mag. MA am 24. Juli 2014

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur APA und dem Kurier überlegt die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) die Zusammenlegung ihrer Gesundheitseinrichtung zu einem Schwerpunktkrankenhaus.  Ein Sprecher der AUVA bestätigte den Bericht des Kuriers, dass es diese Überlegungen gebe. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass eine derartige Verschmelzung wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sei, so der nicht namentlich erwähnte Sprecher der AUVA.

Angedacht sei die Schaffung eines großen Unfallzentrums, hieß es. Dieses wäre ein Unfallkrankenhaus mit angeschlossener Rehabilitationseinrichtung. Derzeit gibt es mit dem Lorenz-Böhler-Spital in Wien-Brigittenau, dem UKH in Wien-Meidling, dem ebenfalls in Meidling untergebrachten Reha-Zentrum sowie der Reha-Anstalt Weißer Hof in Klosterneuburg insgesamt vier Standorte.

Laut AUVA folgt nun die Detailplanung – auf deren Basis entschieden werden soll, ob das Großspital tatsächlich kommt. Das Ergebnis der Untersuchung soll im Frühjahr kommenden Jahres vorliegen. Möglich wäre, dass auch der Standort eines neuen Zentrums darin bereits vorgeschlagen wird, hieß es vonseiten der AUVA, wie man in der Meldung der Nachrichtenagentur APA lesen kann.

Es gab schon unterschiedliche Überlegungen die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt zu zerteilen und die Kompetenzen den einzelnen Sozialversicherungsträgern zu übertragen. Die Einrichtungen der AUVA sind anerkannt und fachlich auf hohem Niveau. Die Zusammenlegung der Unfallspitäler Lorenz – Böhler und UKH Meidlung macht durchaus Sinn. Ein Blick auf Wien zeigt, dass neben den Unfallspitälern der AUVA auch die Schwerpunktkliniken des Krankenanstaltenverbundes der Stadt Wien auch Unfallabteilungen verfügen. Die Unfallkrankenanstalten und Rehabeinrichtungen der AUVA stellen auch in der Ausbildung von JungmedizinerInnen eine wichtige Einrichtung dar.

Nun heißt es abwarten was die Machtbarkeitsstudie bringt und welche Erkenntnisse veröffentlicht werden. Eine Frage die sich mir stellt ist, wer die Studie durchführt. Eine Zusammenlegung kann auch jahrelang dauern oder nie passieren – siehe die geplante Zusammenlegung von SVA und SVB.