In Deutschland versucht die Politik ein wichtiges Problem zu lösen – es geht um die Wartezeiten bei wichtigen medizinischen Problemen. Auch hier zu Lande war dieses Thema in den Zeitungen des Landes prominent vertreten. Während es hier zu Lande bei gegenseitigen Schuldzuweisungen blieb und Wien nun die OP Termine transparet machte, kümmerte sich die Politik nicht weiter darum. Unter vorgehaltener Hand weiß jeder Österreicher/jede Österreicherin wie er/sie zu einem schnellen OP -Termin kommt. Ein anderes Thema ist es, wie man in Österreich bei niedergelassenen FachärztInnen zu Terminen und wie lange die Wartezeiten sind.

Mir selbst schon passiert – dass ich 5 Dermatologen anrief und alle mir erklärten, dass sie keine neuen Patienten aufnehmen. Die Behandlung wurde dann im AKH Wien durchgeführt. Die deutsche Lösung stellte der SPD – Gesundheitsexperte im ARD Morgenmagazin vor – das Interview mit Karl Lauterbach. (hier anklicken)

Zentrale Zuweisungen zu ÄrztInnen halte ich nicht für ein patientenfreundliches Konzept. Die freie Wahl des Arztes/der Ärztin ist eine der wichtigsten Errungenschaften in der Gesundheitspolitik. In einigen Ländern ist die freie ÄrztInnenwahl nicht gegeben – dort werden die PatientInnen dem zuständigen SprengelärztIn zugewiesen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Medizin und PatientInnen ist vor großer Wichtigkeit.

Ich halte das Konzept der Großen Koalition in Deutschland nicht gut durchdachte – der Widerstand der ÄrztInnenvertretungen ist ihnen jetzt schon sicher.

Soheyl Liwani; Mag. MA am 30. Juli 2014

Zu einer ungewöhnlichen Maßnahme um auf den LandärztInnenmangel in Deutschland aufmerksam zu machen griffen die Technische Krankenkasse und der Hausärzteverband. Einem Bericht der ARD zu Folge luden sie Studierende der Human Medizin( vermutlich auch Zahnmedizin) zu einer Fahrt mit dem Cabrio in den Schwarzwald ein. Während der Hausärzteverband in Österreich mit ihren Mitteln versucht mit aller medialen Gewalt ELGA zu bekämpfen geht die deutsche Hausärztekammer gegen den LandärztInnenmangel massiv vor. Ob die Aktion von Erfolg gekrönt sein wird – kann in 1 -2 Jahren festgestellt werden. Kreativ ist die Aktion allemal!

ARD Bericht 

Soheyl Liwani; Mag. MA am 25. Juli 2014

Einer Meldung der Nachrichtenagentur APA zu Folge, hat Gesundheitsminister Stöger einen Entwurf zur Neugestaltung der ÄrztInnenausbildung in Begutachtung geschickt und in dieser Legislaturperiode beschlossen werden.

Der Entwurf sieht vor, dass nach Abschluss des Medizinstudiums sollen alle angehenden Ärzte demnach eine neunmonatige Basisausbildung absolvieren. Dabei sollen sie klinische Grundkompetenzen auf den Fachgebieten Chirurgie und Innere Medizin erwerben. Sie sollen damit befähigt werden, Notfallsituationen zu erkennen, Erstmaßnahmen zu setzen und Patienten mit vorhandenen Möglichkeiten zu versorgen, bis höherwertigere Hilfe möglich ist. Außerdem sollen sie dabei lernen, die fünfzehn häufigsten Krankheiten zu diagnostizieren und der weiteren Behandlung zuzuführen (beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionsstörungen, cerebrovasculäre Erkrankungen, Alzheimer/Demenz, Diabetes). Nach dieser Basisausbildung müssen die Jung-Ärzte die Entscheidung treffen, ob sie die Ausbildung zum Facharzt oder zum Allgemeinmediziner machen.

Für den Allgemeinmediziner sind nach der Basisausbildung weitere 33 Monate Ausbildung in einem Spital in verschiedenen Fachrichtungen ähnlich der bisherigen Regelung vorgesehen. Neu ist allerdings, dass danach die Tätigkeit in einer Lehrpraxis für zumindest sechs Monate erfolgt. Nach sieben Jahren steigt der Umfang auf mindestens neun Monate und nach weiteren fünf Jahren auf zumindest zwölf Monate. Die Gesamtdauer der Ausbildung zum Allgemeinmediziner verlängert sich somit stufenweise auf 45 bzw. 48 Monate. Diese Ausbildung kann in anerkannten Lehrpraxen, Lehrgruppenpraxen oder Lehrambulatorien erfolgen und beträgt höchstens 18 Monate. Der bisherige Turnus geht darin auf.

Für den Facharzt sieht das neue Modell nach der Basisausbildung zwei weitere Abschnitte vor.

Zunächst soll es eine fachspezifische Grundausbildung im Sonderfach (Sonderfach-Grundausbildung) in der Dauer von zumindest fünfzehn Monaten und anschließend eine Schwerpunktausbildung (Sonderfach-Schwerpunktausbildung) in der Dauer von zumindest siebenundzwanzig Monaten geben. Pro Sonderfach sollen maximal sechs Module zu bestimmten Fachinhalten für die Schwerpunktausbildung zur Wahl stehen. Bisherige Additivfächer sollen entfallen und in die neue Ausbildung integriert werden. Mit diesem Modulsystem für einzelne Erkrankungen will man von der reinen Rotation durch die Abteilungen wegkommen und mehr auf die Qualität der Ausbildung setzen. (siehe Text APA0289 2014-07-25/12:52)

Ab zu warten ist die Reaktion der Länder, GesundheitsexpertInnen und InteressensvertreterInnen auf diesen Vorschlag – auf dem ersten Blick kann ich keinen positiven Eindruck gewinnen – aber vielleicht entsteht im überarbeiteten Vorschlag mit Einarbeitung der Kritik ein passabler Vorschlag.

Stellungnahmen- Medienberichte