Soheyl Liwani; Mag. MA am 27. Oktober 2014

 

Wie das Amen im Gebet kommt von der „rechten“ politischen Ecke die Forderung nach Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten. Diesmal genährt durch den Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer im Ö1 Interview und den Präsidenten der WKÖ Leitl der auch Obmann der SVA ist.„Pichlbauer sieht zwar direkt keine Einspareffekte – aber indirekt. Indirekt aber würde eine Fusion viel bringen. Durch eine Zusammenlegung würde das System einfacher und die Abstimmung zwischen den einzelnen Krankenkassen leichter. Der ambulante und stationäre Bereich könnte dann besser koordiniert werden. Wieviel Geld genau durch diese Vereinfachung gespart werden könnte, kann Pichlbauer nicht sagen. Er geht aber davon aus, dass hier mittel- bis langfristig ein Betrag im Milliardenhöhe drin wäre. Auch die OECD spreche von zehn Prozent Effizienzsteigerungspotenzial. Dazu müsste Österreich aber bessere Steuerungsfunktionen einbauen. Für Pichlbauer wäre daher eine Zusammenlegung “sehr zu begrüßen”. Nicht überraschend bekommt er vom neuen Chef des Hauptverbandes Peter McDonald eine Absage an diese Ideen. Für Mc Donald ist eine Zusammenlegung von Sozialversicherungsträgern kein Thema.

Bundesminister Hundstorfer schließt im Ö1 Interview auch eine Zusammenlegung aus, er argumentiert im Gespräch mit Eva Haslinger von Ö1 – “Ich sehe auch keine Diskussion, weil wir haben nachvollziehbar die niedrigsten Verwaltungskosten aller Sozialversicherungen von ganz Europa. Und ein Austausch der Türschilder bringt keine weitere Effizienzsteigerungen.” Man werde weiter Außenstellen in den Bundesländern und, für die Landes-Gesundheitsplattformen, die Gebietskrankenkassen als starke Partner brauchen. Außerdem passiere auch so einiges, um Geld zu sparen, so Hundstorfer. So sei die gesamte EDV bereits zusammengelegt, “aber das ist ein permanenter Prozess, und der findet auch permanent statt.”

Befürworter einer Zusammenlegung ist der Chef der WKÖ Leitl. Er befürwortet eine Zusammenlegung eine Zusammenlegung der SV-Träger auf 3 Sozialversicherungen. “Der Staat muss jetzt seine Aufgaben machen und wenn dann, am Ende der Aufgaben, noch etwas fehlt, dann können wir weiter reden.” Applaus bekommt Leitl von der FPÖ – diese lässt die Gesundheitssprecherin im Parlamentsklub die Idee mit folgenden Worten loben – “Es ist nicht einzusehen, dass sich Österreich immer noch 22 Sozialversicherungsträger leistet, während die Leistungen zurückgefahren und die Beiträge erhöht werden”, betonte sie gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“.

In die Reihe der Ablehnung gliedern sich die WGKK ein. “Wir stehen mitten in der Umsetzung der Gesundheitsreform. Diesen Pfad sollten wir konsequent verfolgen, anstatt alte Diskussionen immer wieder aufzuwärmen”. Eine Zusammenlegung gehe auf Kosten der Versicherten. Seriös berechnete Einsparungen seien bisher ausgeblieben, lässt die Obfrau der Wr. Gkk Leitl ausrichten.  (Kurier) (

Wenn wir uns an die Zusammenlegung der Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter und der Angestellter denken oder die der SVB mit der SVA müssen wir von der krausen Idee abraten. Viel wichtiger wäre ein zentraler Leistungskatalog mit  bundesweiter Gültigkeit. Ein Beispiel für eine gelungene Zusammenlegung ist die der  Eisenbahner mit der VA des Bergbbaus.

Die GesundheitspolitikerInnen sollten nicht gleich versuchen Riesenprojekte ohne Vorbereitung an zu gehen. Im ersten Schritt sollte man die Zusammenlegung oder in die Eingliederung der Betriebskrankenkassen in eine GKK forcieren. Wenn dieses Vorhaben gelungen ist, dass kann man eine Zusammenlegung der KFA´s und die Eingliederung unter dem Dach des Hauptverbandes andenken. Eine Zusammenlegung der GKK´s ist mit der Auflösung der Bundesländer gleich zu setzen – jeder/jede der/die das versucht wünsche ich viel Erfolg. Nicht dass ich das befürworten würde, aber Respekt würde mir das  schon abringen.

Soheyl Liwani; Mag. MA am 26. Oktober 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt möchte man in den beiden Firmenzentralen Mäuschen sein und sehen wie  sehr sich die Verantwortlichen freuen diesen Preis gewonnen zu haben. ELGA bekommt den Preis in der Kategorie „Lebenslanges Ärgernis“! Interessant ist, dass ELGA noch nicht flächendeckend in Aktion ist und die Jury schon weiß, dass es ein lebenslanges Ärgernis sein wird.

Spannend wird die Preisvergabe wenn wir in die Webseite des Preises einen Blick werfen. Hier möchten wir die „unabhägige Jury“ unter näher betrachten. Hier möchte zwei der Achtköpfigen Jury herauspicken.  Hans Zeger, Obmann des Verein ARGE Datenschutz, der sich als Sperrspitze der Gegnerschaft zu ELGA neben der Ärztekammer und ihren Teilorganisationen sich profiliert hat. Der zweite im Bunde ist Georg, ein Datenschützer – aktiv im Verein quintessenz. Dieser Verein ist nun auch nicht als ELGA-Befürworter bekannt. Man könnte direkt vermuten, dass dieser Preis von der Kammer der GegnerInnen gesponsert wird.

Ziel dieser Preise ist es meiner Meinung eine Kategorie wie die goldene Himbeere für den schlechtesten Film zu werden. Wenn sich die  Jury ernst nehmen würde – wären die Preisträgerin die NSA für „lebenslanges Ärgneris“ die NSA. Somit zählt der Big Brother Award zum hinterfragenswertesten Preis der in Österreich verliehen wird.

Medienbericht:

Soheyl Liwani; Mag. MA am 23. Oktober 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man sich die Aussendungen der Ärztevertretungen durchliest, beschleicht einen das Gefühl, dass sich jeder Widerstand ausschließlich auf die Finanzierung beschränkt. Unter vorgehaltener Hand sagen viele Gesundheitsexperten, dass es sich beim Widerstand gegen ELGA um Differenzen nur mit finanziellem Ausgleich beheben lässt. Natürlich gibt das keiner der Funktionäre der Vertretungen der Ärzteschaft zu – selbstverständlich machen sie sich Sorgen um die Datensicherheit der PatientInnen.

Nun der kommt schon der nächste Schildbürgerstreich von der Vertretung der HausärztInnen. Diesmal protestieren die medizinischen Schildbürger gegen die Codierung von Diagnosen. Dr. Wolfgang Werner, Vizepräsident des ÖHV fürchtet: “Wir behandeln künftig nicht mehr Patienten, sondern Akten und Fälle. Ärzte werden damit ‚entqualifiziert‘. Politik und Wirtschaft haben ein weiteres Steuerungsinstrument, um den bisher unabhängigen Berufsstand der Ärzteschaft zu vereinnahmen und nach ihrem Belieben zu lenken.”

Die Damen und Herrn Vertreter der HausärztInnen vergessen, dass diese als SpitalsärztInnen in Ausbildung in der Dokumentation immer mit Codierten Diagnosen zu tun hatten. Das LKF – System zur Finanzierung basiert auf codierten Diagnosen. Die VertreterInnen der HausärztInnen stellen sich selbst als „steinzeitliche“ Blockierer dar, die technische Veränderungen nur dann zu stimmen, wenn diese auch finanziell abgegolten wird.

Wer nun die Gewerkschaft als „Betonier“ oder „Blockierer“ ansieht – der kennt die VertreterInnen der Ärzteschaft nicht.