Soheyl Liwani; Mag. MA am 14. Oktober 2014

 

 

 

 

 

Eine Erfolgsmeldung konnte die neue Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser mitteilen. Die Sanierung der defizitären Krankenkassen ist abgeschlossen. Laut einem Bericht der Tageszeitung der „Der Standard“ – Wurde im Zuge des 2009 beschlossenen Sanierungskonzepts den Kassen ein Kostendämpfungsvolumen von 1,725 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2010 bis 2013 vorgegeben. Tatsächlich erreicht wurden drei Milliarden. Für das Jahr 2013 war den Kassen ein Kostendämpfungsvolumen von 657 Millionen Euro auferlegt worden. Tatsächlich erreicht haben sie 1,053 Milliarden, wie aus dem jetzt vorliegenden Abschlussbericht zu ersehen ist. Das sind noch einmal um 25 Millionen mehr, als der Hauptverband der Sozialversicherungsträger noch im Frühjahr prognostiziert hatte. Auch in den Jahren 2010 bis 2012 hatten die Kassen die von der Politik auferlegten Vorgaben deutlich übererfüllt.

 

Zum Schuldenabbau hat auch der entscheidend der Staat beigetragen, der 450 Millionen Euro – in drei Zahlungen zu je 150 Millionen – beisteuerte.  Somit wurden auch hier etwas andere Wege beschritten. Die Sozialversicherungsanstalten galten immer als stark defizitär und als nicht wirtschaftlich. Die neue Generation der Manager im Hauptverband hat das ständige schrauben an der Beitragsschraube eingestellt.

Mit dem heutigen Finanzminister und ehemaligen Hauptverbandschef Dr. Schelling ist ein neuer Wind in den Hauptverband gekommen. Parteipolitische Reflexe waren ihm fremd, Ideen werden analysiert und sachlich dafür oder dagegen argumentiert. Der designierte Chef des Hauptverbandes muss in große Fußstapfen steigen – mal sehen wie er agiert , wohin er die Sozialversicherung führt – Peter Mc Donald´s Nachfolger in der SVA ist schon gefunden. Alexander Herzog ist neuer Obmann-Stv. der Sozialversicherung der Selbständigen (SVA).

Medienberichte: 

 

In diesem Blogbeitrag möchte ich auf die veränderte Ausbildung der ÄrztInnen eingehen. Der Ministerrat hat die von Bundesminister Stöger entworfene Ausbildung gebilligt. Jetzt liegt es an der Ärztin und Gesundheitsministerin Oberhauser diese Reform auch um zu setzen. Der Turnus – also die Ausbildung zum Allgemeinmediziner (vulgo Praktischer Ärztin/Arzt) wird mehr oder weniger abgeschafft und ersetzt.

Den Weg zum Beruf des Arztes/der Ärztin im alten Modell habe ich schon geschildert. In diesem Beitrag möchte ich auf den neuen Weg eingehen. Nach erfolgreich absolviertem Medizinstudium muss der Kandidat/-in ins so genannte Klinisch Praktische Jahr (KPJ) – die Ähnlichkeit zum deutschen PJ ist schon auffällig. Im KPJ müssen die zukünftigen MedizinerInnnen sich in 3 Abschnitten der Ausbildung unterziehen. Die Ausbildung besteht aus 4 Monaten Interne , Chirurgie und einem Wahlfach.

Im nächsten Ausbildungsschritt geht der/die MedizinerIn in die Basismonate (9 Monate) und müssen wieder in die Interne und Chirurgie.  Hier könnte man zu Gunsten des Modells sagen, dass es die Säulen der Behandlung von kranken Menschen sind. So kann der/die MedizinerIn entscheiden ob er/sie in eine Fachausbildung geht oder zur Allgemeinmedizin tendiert.

In der Ausbildung zum AllgemeinmedizinerIn soll in einer 27monatigen Ausbildung die Fähigkeiten zur selbständigen ärztlichen Tätigkeit erworben werden.

Für den Facharzt/-ärztin sieht das neue Modell nach der Basisausbildung zwei weitere Abschnitte vor. Zunächst soll es eine fachspezifische Grundausbildung im Sonderfach (Sonderfach-Grundausbildung) in der Dauer von zumindest fünfzehn Monaten und anschließend eine Schwerpunktausbildung (Sonderfach-Schwerpunktausbildung) in der Dauer von zumindest siebenundzwanzig Monaten geben. Pro Sonderfach sollen maximal sechs Module zu bestimmten Fachinhalten für die Schwerpunktausbildung zur Wahl stehen. Bisherige Additivfächer sollen entfallen und in die neue Ausbildung integriert werden. Mit diesem Modulsystem für einzelne Erkrankungen will man von der reinen Rotation durch die Abteilungen wegkommen und mehr auf die Qualität der Ausbildung setzen. (SN, 25.7.2014)

Medienberichte:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ärztemangel: Thomas Szekeres im Interview mit vielgesundheit.at

Soheyl Liwani; Mag. MA am 6. Oktober 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rettungsdienste kündigen den Vertrag mit den Sozialversicherungsträgern – hier ist Niederösterreich gemeint und im Speziellen die  Rettungsorganisationen Rotes Kreuz und Arbeiter Samariter Bund. In seltener Großkoalitionärer Einigkeit setzen beide Rettungsorganisationen diesen Schritt. Laut einem Bericht der Tageszeitung der Standard läuft der Vertrag mit Dezember 2014 aus. Wer nun so wie ich auch ein De ja vu hat – der liegt nicht so falsch. Drohungen einen bestehenden oder wie in diesem Fall auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern kennen wir schon vom ÖAMTC – der dann medienwirksam ankündigte  – die Rettungsflüge einzustellen. Das Bundesministerium für Inneres hat diese Flüge ja schon seit längerem eingestellt.

Wir wissen aber alle, dass die gelben Engel immer noch fliegen. Das nächste De ja vu könnte einem ereilen wenn man daran denkt, dass die Tarifverhandlungen mit der Ärztekammer immer zur Drohung des Abbruches der Verhandlungen und der so genannte Vertragslose Zustand im Raum steht. Doch bis auf kurze Abschnitte – nie wirklich eingetreten – bei dieser Aktion handelt es sich um eine Drohkulisse und ein Muskelspiel zwischen den beteiligten Parteien. Wer gewinnt und verliert – ist klar – der/die Patient/Patientin.

Kehren wir zurück zur Causa – warum kündigt gerade Niederösterreich den Vertrag? RK wird in der Bevölkerung als VP –nahe beschrieben – zumal die sich selbst parteiunabhängig bezeichnen und der Samariterbund – der  eine SP Organisation ist. In Wien wäre diese Drohkulisse wenig beeindruckend, da hier die Wiener Berufsrettung viel macht und wenn diese Rettungsorganisationen den Vertrag kündigen würden, es keine Auswirkung spürbar würde. Der Wiener/die Wienerin würde keine Auswirkungen bemerken. So eben Niederösterreich, im Pröllland wo die Uhren noch anders laufen und die Rettungsdienste stark präsent sind. Wie wäre der Fall wenn die Feuerwehr einen Rettungsdienst betreiben würde? Oder andere Rettungsdienste in Niederösterreich Fuß fassen?

Rettungswesen in Niederösterreich lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Menschen aber ist keineswegs einen Sparte die von Luft & Liebe lebt. Die Spendengelder decken nun bei weitem nicht die Kosten ab – hier sind andere Einnahmequellen zu erschließen. Unter anderem auch die der Vertrag mit den Sozialversicherungen ermöglicht.

Wer hat den längeren Atem? Wer die Menschen hinter sich? Wer setzt sich bei den Verhandlungen durch? Am Ende soll nun nicht der Patient/die Patientin auf der Strecke bleiben.

Medienbericht: